Der gezeichnete Fall -
Tim und Robin sind Singles, seit ziemlich drei Jahren. Eines Abends spüren beide, dass es doch mehr geben muss im Leben. „Ich schreib mal eben an Jennifer“, meint Tim. „Wer ist denn das?“ - „Kenn ich von Facebook, sie wohnt hier in der Nähe – wenn das wirklich deren Foto ist…“
Auch Jennifer fühlt an diesem Abend, wie leer ihr Leben ist. Erfreut antwortet sie: „Komm rum und bring deinen Freund mit – wird ein lustiger Abend – lol, glg!“
Jennifer sieht im Jogginganzug an der Wohnungstür zwar nicht mehr ganz so scharf aus wie bei Facebook, aber auch Tim ist ja nicht der durchtrainierte Typ, als den er sich geschildert hat. Nachdem beide ihre Erwartungen mit dem wahren Leben abgeglichen haben, wird es wirklich lustig bei Cola-Wodka, dem beliebten Energy-Drink.
Tim regelt den Wodka-Anteil bei Jennifers Getränk im Laufe des Beisammenseins diskret nach oben und wundert sich, wie viel Jennifer trotzdem verträgt! Der Abend schreitet fort, es kommt zum Austausch von Zärtlichkeiten. Zwischen Jennifer und Tim, denn Robin muss mal ganz schnell ins Bad…
Als er mit Jennifers Mundwasser gegurgelt hat und zurück kommt, sieht er Tim in stürmischer Umarmung mit Jennifer und dreht spontan ein Erinnerungsvideo für Tim. Erstaunlich, was diese Handys so leisten!
Tage später, Jennifer hat die Nummer ohne Anschluss schon fast vergessen, wird sie im Kiez von einigen, ihr nur vom Sehen bekannten Männern angesprochen: Sie alle wollen auf Jennifers Sofa! Die ist fassungslos; Robin hat das Video nicht nur für Tim gedreht, sondern zum Herumzeigen.
„Ich zeige dich an!“ bringt Jennifer das Filmfestival zu einem jähen Ende. Die Preisverleihung ist dann vor Gericht. Robin beteuert noch kurz seine Unschuld. Doch dann siegt die Angst, er könnte wegen seiner Tätigkeit als Filmschaffender seinen Job als Krankenpfleger verlieren.
Robin wird reuig. Der Richter stellt das Verfahren schließlich gegen Zahlung einer Geldbuße ein. Auch Hobbyfilmer haben eben Produktionskosten. Und die betragen für den jetzt gelöschten Streifen 1000 Euro.









