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Am Dienstag dieser Woche begann in Berlin der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Gernot D. - ein Fall, der uns im Frühjahr beschäftigt hat und vielen Zuschauern sehr nahe ging. Das Opfer war ein freundlicher älterer Herr ohne große Reichtümer, ein Mann, der auch als Rentner noch arbeiten wollte und dabei auf seinen Mörder traf.
In der Beusselstraße in Berlin-Moabit ist er jeden Tag aus dem Bus gestiegen - mehr als zwanzig Jahre lang: Gernot D. war einer der letzten Münzhändler der Stadt. Der gebrechliche 73-Jährige konnte den Weg zu seinem Laden zum Schluss nur noch mit dem Rollator bewältigen. Doch er kam jeden Tag - auch an den Wochenenden - aus Wilmersdorf in das kleine Fachgeschäft.
Am 27. März ist Gernot D. in seinem Laden erschlagen worden. Ein Raubmord mit geringer Beute. Seit dem 26. November steht nun sein mutmaßlicher Mörder – der polizeibekannte Asmir A. - vor dem Berliner Landgericht. Doch der 24-jährige Bosnier schweigt.
Er geriet ins Visier der Ermittler, weil am Tatort Blutspuren gefunden worden sind, die einen DNA-Abgleich ermöglichten. Die DNA-Spuren haben auf den Angeklagten als Täter hingewiesen. International wurde nach ihm gefahndet. Anfang Mai kam es zur Festnahme in Belgien und zur anschließenden Auslieferung nach Deutschland.
Insgesamt sind fünf Verhandlungstage für diesen Prozess eingeplant. Das Urteil wird für Mitte Dezember erwartet. Wenn es zu einer Verurteilung kommen sollte, dann steht auf Mord grundsätzlich eine lebenslange Freiheitsstrafe. Möglicherweise ist der Angeklagte aber auch psychisch krank.
Das könnte dazu führen, dass er vermindert schuldfähig ist und mit einer geringeren Strafe zu rechnen hat. In diesem Fall würden die Richter Asmir A. wohl zum Maßregelvollzug in eine psychiatrische Klinik einweisen.









