Der gezeichnete Fall -
Wieder mal ein lauer Abend in der "Unkalkulier-Bar". Die Tagesabrechnung ist schnell gemacht - wie so oft in letzter Zeit waren kaum Gäste da. Als Kneiper Robert sich aus Frust darüber noch ein paar Drinks genehmigt, hat er den gesamten Ausschank des Abends eben mal verdoppelt.
Um seiner Laune aufzuhelfen, nimmt Robert ein paar Euro aus der Kasse und spielt damit an den Spielautomaten. Nach einer halben Stunde hat er alles verloren. Robert wird wütend: mit Leidenschaft prügelt er auf den Automaten ein. Es klirrt, und die Scheibe geht zu Bruch.
Da wird Robert nachdenklich: Wie wird er diesen Schaden seiner Frau erklären? Gäste können das nicht gewesen sein – es waren ja kaum welche da. Robert greift sich ein Brecheisen und schlägt damit gegen sämtliche Spielautomaten, knackt sie auf und leert die Münzbehälter. Alle Achtung – 3000 Euro steckt er ein! Mit so viel hat er gar nicht gerechnet.
Nur die Dart-Münzautomaten rührt Robert nicht an: übermorgen soll in der Unkalkulier-Bar“ ein Dart-Turnier steigen, für ihn die Umsatzhoffnung des Quartals! Da demoliert er lieber noch ein bisschen das leicht ersetzbare Mobiliar seiner Kneipe und räumt bei den Gläsern ab. Dann bricht er die Kneipentür auf.
Am anderen Morgen ist Robert ausgenüchtert und besieht sich im Vormittagslicht den Schaden. Dann ruft er mit weinerlicher Stimme bei Christian an. Christian ist der Vertreter des Automatenaufstellers und sein Freund. „Die haben mir den Laden auseinander genommen - auch deine Automaten!“
Christian weiß, was zu tun ist: er ruft die Polizei. „Guck dir das an!“ sagt Robert, als Christian später die „Unkalkulier-Bar“ betritt. Der wundert sich: wieso hat der Eindringling ausgerechnet auf das Dart-Turnier Rücksicht genommen, das seit Tagen im ganzen Dorf plakatiert ist!?
Diese Frage stellen auch die Ermittler. Erst sich selbst. Dann dem Gastwirt. Bald gesteht Robert, dass er sich gewissermaßen in seiner eigenen Kneipe besucht hat. Einig ist er sich mit dem Richter über den Charakter dieser Begegnung der besonderen Art: eine Schnapsidee – im wahrsten Sinne des Wortes!
Wegen besonders schweren Diebstahls gibt es eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Außerdem muss Robert 90 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.









