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Es ist kalt und trüb Mitte November. Ein Mann, vielleicht Mitte Vierzig, steuert die Raststätte in Gransee im Landkreis Oberhavel an. Zwei Tage will er hier wohnen, gibt er der Mitarbeiterin in gebrochenem Deutsch zu verstehen. Leider habe er keinen Ausweis bei sich, als Pfand hinterlegt er deshalb die Zulassung für den grünen Ford Mondeo.
Der Unbekannte gibt einen griechischen Namen an und notiert auf einem Zettel seine Hamburger Adresse. Die Mitarbeiterin der Raststätte schöpft keinen Verdacht: er hat ein seriöses, gewinnendes Auftreten. Der Gast genießt den vollen Service: fast drei Tage lang isst und trinkt er auf Zimmerrechnung. Doch dann, morgens nach dem Frühstück, verschwindet er spurlos.
Ein typischer „Einmietbetrug“, wie er auch aus anderen Brandenburger Raststätten, Pensionen und Motels immer wieder gemeldet wird. Die Tricks der Täter ähneln sich: Gefälschte Ausweise werden vorgezeigt, gefälschte oder gestohlene Fahrzeugpapiere als Pfand angeboten. Die Betrüger sind überaus freundlich und suchen Kontakt zu den Mitarbeitern.
Der Unbekannte in Gransee lädt sie sogar zu einer Reise nach Griechenland ein - alles, um mögliches Misstrauen auszuschalten. Mit Erfolg. Wie sich bald herausstellt, ist der Unbekannte offenbar ein Serientäter: In einer Pension in der Potsdamer Großbeerenstrasse hatte er den Besitzer nicht nur um die Zimmerrechnung für mehrere Tage geprellt.
Hier stahl er auch den grünen Ford Mondeo – samt Zulassung und Schlüssel, mit dem er in Gransee angereist ist. Vier Monate lang ist er mit diesem Auto unterwegs. Dann taucht es in Germendorf auf – gerade mal 60 Kilometer von Potsdam entfernt: für 150 Euro hat der Täter es verkauft.
Die Polizei nimmt an, dass er in der Zwischenzeit noch andere Hotels oder Pensionen angesteuert hat. Der Gesuchte ist 40 bis 50 Jahre alt, etwa 1,60 m groß und hat südländisches Aussehen. Wer kennt ihn? Wer ist noch auf seinen Betrug herein gefallen?
Hinweise an die Polizei Oberhavel, Telefon 03301 8510, oder an jede andere Polizeidienststelle








