Der gezeichnete Fall -
Als Kleingärtnerin ist Ramona eine ganz Große: die schönsten Kürbisse, Gurken wie aus dem Bilderbuch – hier würde es sogar Spaß machen, sich die Radieschen von unten anzusehen!
Auch Nachbar Thomas wirft manchen neidischen Blick in Ramonas üppige Pflanzenwelt. „Hier, guck mal, der Mickerling – vielleicht wird ja bei dir was aus ihm“, sagt er eines Tages und reicht ihr einen auf den ersten Blick hoffnungslosen Fall über den Zaun. Ramona ist stolz, dass der eingefleischte Kräuterdoktor und Heilpflanzenexperte so auf ihre Kompetenz baut.
Das schüchterne Pflänzchen erhält einen Ehrenplatz. „Könnte eine Edelmimose sein“, mutmaßt Ramona, und diese Art ist neu in ihrem Gartengesamtkunstwerk. Sie hätschelt die Pflanze, sorgt für Licht und angemessene Bewässerung. Das anfangs so zarte Gewächs dankt es ihr: im Frühjahr noch daumengroß, spendet es im August schon Schatten! Die Pflanze wird zwei Meter hoch!
Am Ende zu hoch, um einem plötzlichen Sommersturm standzuhalten. Ramona nimmt den Schaden in Augenschein – und ist genauso geknickt. „Eben empfindlich wie eine Mimose“, resümiert ihr Mann. „Edelmimose“, korrigiert Ramona, soviel Zeit muss sein!
Die gärtnerische Enttäuschung landet auf dem Kompost – hier kann sie sich einreihen in den ewigen Kreislauf der Natur: Werden und Vergehen! Doch leider wird der wenige Tage später empfindlich gestört. Fünf, sechs, acht Polizisten trampeln in Ramonas Garten herum. Gartentipps suchen die aber nicht.
„Ihr Kompost, ist beschlagnahmt. Sie züchten Cannabis in Ihrem Garten!“ so der harsche Vorwurf. „Rauschgift?!“ Jetzt reagiert Ramona wie eine Mimose, auf Edelmimose legt sie dabei nicht einmal Wert. Die Sache kommt zur Verhandlung, denn Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Allerdings glaubt der Richter dem Ehepaar nach gewissenhafter Prüfung seine Unwissenheit: Gegen Zahlung von 100 Euro stellt er das Verfahren gegen die Eheleute ein.
Den Verwendungszweck des Geldes machen sich auch Ramona und Frank zueigen: es geht an „Keine Macht den Drogen“!








