Der Präsidentschaftskandidat der Technischen Universität Berlin und Dekan der Fakultät II Mathematik und Naturwissenschaften, Christian Thomsen, aufgenommen am 08.01.2014 in Berlin (Quelle: dpa)

Thomsen tritt an - Neuer TU-Präsident will träge Verwaltung effektiver gestalten

Sein Amt gewann er in einer Kampfabstimmung - jetzt wird es ernst für Christian Thomsen: Am Dienstag tritt der 54-Jährige Physiker seinen Job als Präsident der TU Berlin an. Er will den Diskussionsstil im Haus verbessern - vor allem aber muss er beweisen, ob er genauso erfolgreich Forschungsmittel beschaffen kann wie sein Vorgänger.

Die größte Berliner Universität bekommt heute einen neuen Chef: Christian Thomsen tritt sein Amt als Präsident der Technischen Universität (TU) an. Der 54-Jährige leitet das Fachgebiet Experimentalphysik und ist seit 20 Jahren Professor an der TU. Seit 2003 ist er Dekan der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften.

Thomsen hatte sich am 8. Januar in einer Kampfabstimmung gegen seinen Vorgänger Jörg Steinbach durchgesetzt. Dieser galt als autoritär, in Konflikten habe er schnell gekränkt reagiert, andere in schroffem Ton abgekanzelt, berichteten Professoren und Uni-Mitarbeiter. Christian Thomsen hatte bei seiner Kandidatur angekündigt, den Führungsstil und die Diskussionskultur im Haus verbessern zu wollen. Er wies darauf hin, dass 300 Mitarbeiter der TU dauerhaft krank seien. "Da stimmt etwas im System nicht", sagte Thomsen.

Thomsen will schlankere Verwaltung

Neben den "Soft Skills" muss Thomsen vor allem beweisen, ob er den harten Kampf um Forschungsgeld ebenso gut beherrscht wie sein Vorgänger Steinbach. Denn der war in seiner vierjährigen Amtszeit zweifellos erfolgreich: Er steigerte die eingeworbenen Forschungsmittel der TU um ein Fünftel auf rund 160 Millionen Euro. Den drei Sonderforschungsbereichen fügte er vier neue hinzu, außerdem warb er mit der Zusage des Senats für einen neuen Campus im Wedding.

Um Geld zu sparen, hat Christian Thomsen zunächst angekündigt, die als träge geltende Verwaltung der Universität effektiver zu gestalten. In der Lehre stellte er didaktische Reformen und mehr Wahlfreiheit für die Studierenden in Aussicht. Der Numerus Clausus solle bei einigen Studiengängen wegfallen und neue Studiengänge geschaffen werden, so Thomsen.

Schon am Donnerstag hat er zum ersten Mal Gelegenheit, potentielle Studierende von seinen Plänen zu überzeugen:  Dann besucht Thomsen die Hochschulmesse "Studieren in Berlin und Brandenburg" im Russischen Haus in der Friedrichstraße.

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