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THADEUSZ
THADEUSZ
Jörg Thadeusz (Quelle: rbb/Jenny Sieboldt)

Jörg Thadeusz

Er ist 39 Jahre alt, hat eine Neigung zum Übergewicht und ihm gehen langsam die Haare aus, aber er ist schnell, schlagfertig und dabei noch charmant.

Mein Leben in Zahlen

1968 – mein Geburtsjahr, 93 Kilo – mein Gewicht, 188 Zentimeter – meine Körpergröße, 5 – so oft bin ich bisher einen Marathon gelaufen, 4,28 Stunden – mein miesestes Ergebnis, 12 – so viele Zigaretten rauche ich am Tag, an manchen Tagen eine mehr.

Mein Leben in Worten

Nach dem Wunsch meiner Mutter sollte ich ein Mädchen, nach den Vorstellungen meines Vaters ein Fußballprofi werden. Und was kam heraus? Ein Dortmunder Junge, der Fußball spielt wie ein Mädchen – so entsetzlich schlecht, dass es beiden bis heute zu diesem Thema die Sprache verschlagen hat. Aber was hatten Sie erwartet von jemandem, der im gleichen Sternzeichen wie Napoleon Bonaparte geboren wurde? Einen feinmotorischen Techniker? Einen Mannschaftsspieler?

Ich wurde Liegewagen-Schaffner, Müllpresser und Bau-Hilfsarbeiter und ein Mensch auf der Suche. Nach dem Sinn des Lebens und nach einem Job mit der Aussicht, dass sich die Arbeit in Grenzen hält.

Und plötzlich hatte ich meinen Platz gefunden, den zwischen zwei Musikstücken. Gutherzige Radiosender wie N-Joy, NDR 2 und WDR EinsLive finanzierten mir fortan meinen Lebensunterhalt. Obwohl ich wusste, dass es dort schon viele Männer mit schütterem Haar gibt, wagte ich dann den Schritt ins Fernsehen.

Meine Hausdurchsuchungen im Auftrag der WDR-Sendung "Zimmer frei" führten zwar zu keiner rechtskräftigen Verurteilung eines prominenten Bewohners, brachten mir aber den Grimme-Preis ein. Schön waren auch die Jahre beim wöchentlichen Satiremagazin "extra3" im NDR-Fernsehen und die Monate als Schwangerschaftsvertretung von Tita von Hardenberg bei "Polylux". Meine Markenzeichen im TV: ein verschlagen wirkendes Konfirmandenlächeln und ein meistens sauteurer Anzug, der an mir aber nach "Hallo, Herr Kaiser" aussieht.

Mein großes Ziel, bereits zu Lebzeiten mit einem Reiterstandbild auf dem Berliner Boulevard "Unter den Linden" geehrt zu werden, versuchte ich als Moderator der RBB Talkshow "Leute am Donnerstag" zu erreichen. Vergeblich. Nun wärme ich mich im Studio des RBB-Radioprogramms Radioeins jeden Samstagvormittag mit der Wissenschaftssendung "Die Profis" und gelegentlich am Sonntag bei den Kollegen im "Bericht aus Berlin". Höhepunkt des Jahres 2005 war eine schonungslose vierwöchige Wanderung durch Norddeutschland für den Hardcore-Kanal NDR.

2003 erschien mein erstes Buch "Rette mich ein bisschen". 2004 folgte "Alles schön". Beide Geschichten handeln von der Liebe – von der Liebe im Rettungswagen und von der Liebe im Flugzeug. Mein Verhältnis zu Berlin schwankt zwischen Hass und Liebe. Nach Meinung von Experten habe ich damit das Recht, die viel zu groß geratene Stadt als mein Zuhause zu betrachten.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/thadeusz/moderation/joerg_thadeusz.html

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