Ina Menzer und Jörg Thadeusz (Quelle: rbb)

- Ina Menzer

Am 24. August 2013 steigt die Boxerin Ina Menzer zum letzten Mal in den Ring und wird versuchen, als Weltmeisterin ihre Karriere zu beenden. Im Open-Air-Kampf im Hockey-Park in Mönchengladbach gipfelt jedoch nicht nur die sportliche Laufbahn einer der bedeutendsten deutschen Boxerinnen, es wird auch eine Geschichte vom Aufstieg und Niedergang des Frauenboxsports in Deutschland erzählt.

Ina Menzer, 1980 in der Stadt Atbasar in der Kasachischen Republik geboren, ist zehn Jahre alt und spricht kein Wort Deutsch, als ihre Eltern beschließen, es dem Großteil der Wolgadeutschen gleichzutun und nach Deutschland umzusiedeln.

Die fünfköpfige Familie findet in einer Notunterkunft in Neuss eine erste Bleibe, von da aus geht es nach Mönchengladbach. Ina ist ein ehrgeiziges Mädchen, lernt schnell und wechselt von der Haupt- auf eine Realschule. Eine Gewalterfahrung auf dem Schulweg bringt sie zum Kampfsport Kung Fu. Als der Vater sie und ihre beiden Zwillingsbrüder einem Boxlehrer vorstellt, sieht der gleich ein Talent - Ina. Er begeistert sie für das "Fechten mit Fäusten".

2003 wird Ina Menzer Deutsche Meisterin der Amateurinnen, und als die Boxpromoter von Universum in ihre Kabine kommen und ihr ein Angebot machen, nimmt sie sofort an.

Zwei Jahre später ist die "schnelle Feder" Weltmeisterin und verteidigt ihren Titel in den folgenden fünf Jahren insgesamt 15 Mal. Ihre Kämpfe werden im Fernsehen übertragen, und sie wird zur "Grand Dame" des deutschen Frauenboxens. Im Juli 2010 reißt die Erfolgsserie und Menzer verliert all ihre Titel an die Kanadierin Jeannine Garside. Erst zwei Jahre später erboxt sie sich wieder einen Gürtel.

Wenn die Europameisterin im August in ihrer Wahlheimat Mönchengladbach zum letzten Mal versucht, Weltmeisterin zu werden, ist sie nicht mehr nur Boxerin. Ihr Box-Promoter und die lukrativen Fernsehverträge sind Geschichte, und Ina Menzer trägt auch als Geschäftsfrau das Risiko des Kampfes.

Bei "THADEUSZ" erzählt Ina Menzer von ihrer Kindheit in Atbasar, was ihr Mann zu fürchten hat, wenn er sich ihr in den Weg stellt, und wie sie sich auf ihren letzten Kampf vorbereitet.