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Inge Deutschkron ist zehn Jahre alt, als sie 1933 erfährt, dass sie Jüdin ist. Von da an ist sie mit dem Rassenwahn der Nazis konfrontiert. Über zwei Jahre lang muss sie sich mit ihrer Mutter in Berlin verstecken, um der Deportation in ein KZ zu entgehen. Sie lebt in ständiger Angst vor Übergriffen und Verhaftung.
Inge Deutschkron hat die Nazidiktatur überlebt und ist bis heute engagierte Zeitzeugin der damaligen Gräueltaten. Während der Vater es noch schafft nach England zu emigrieren, warten Inge Deutschkron und ihre Mutter Ella vergeblich auf eine Möglichkeit aus Deutschland zu flüchten. Als der Krieg ausbricht, sind alle Ausreisehoffnung zunichte gemacht. Vor der stetig brutaleren Verfolgung der Juden flüchten die Deutschkron-Frauen in wechselnde Verstecke. Es sind politische Freunde oder einfach nur mitfühlende Menschen, die Ihnen Unterschlupf bieten - "stille Helden" wird sie Inge Deutschkron später voller Dankbarkeit nennen.
Nach Kriegsende arbeitet Inge Deutschkron zunächst im Ostsektor Berlins, eckt dort aber bei der sowjetischen Besatzungsmacht an. 1946 geht sie nach London, doch England bleibt ihr fremd. 1955 überwindet sie sich zur Rückkehr in das Land, das einst ihre Heimat war. Von Bonn aus berichtet sie über ihre Erlebnisse in Zeitungen und Hörfunk - es ist der Beginn einer Karriere als Journalistin, die sie als Deutschland-Korrespondentin der israelischen Zeitung "Ma'ariv" fortsetzt. Im Bonn der wirtschaftswunderbewegten Adenauer-Jahre trifft sie allerdings auf eine Gesellschaft, die nach wie vor von braunem Gedankengut durchtränkt ist, die jegliche Verantwortung für die Vergangenheit beiseite schiebt und die Schlüsselpositionen der jungen Bundesrepublik mit Alt-Nazis besetzt. Inge Deutschkron verlegt ihren Lebensmittelpunkt nach Israel, kehrt erst im neuen Jahrtausend zurück ins wiedervereinigte Berlin.
Bis heute sieht Inge Deutschkron ihr Überleben als Verpflichtung an, dafür zu kämpfen, dass die Erinnerung an den Holocaust, aber auch an die "stillen Helden" lebendig bleibt. Und das gelingt ihr auch mit ihren lebendigen Schilderungen und nicht zuletzt ihrem Berliner Witz, den Ihr - zum großen Glück - niemand austreiben konnte.
Bei "THADEUSZ" erzählt Inge Deutschkron warum sie einen Kollegen ohrfeigte, weshalb sie mit 90 Jahren den Führerschein abgebeben hat und wer ihr Hebräisch beibrachte.


