-
Kaum ist der amtierende US-Präsident wieder abgereist, erinnert sich Berlin an seinen berühmten Vorgänger, dessen Solidaritätsbekundung für die damals geteilte Stadt bis heute nichts von ihrem Gänsehautfaktor eingebüßt hat.
Als John F. Kennedy vor 50 Jahren einer entfesselt jubelnden Menge vorm Schöneberger Rathaus verkündet "Berliner" zu sein, ist der spätere Spitzendiplomat John Kornblum noch Student im fernen Michigan. Dennoch: Jener Tag im Juni 1963 hat sein Leben geprägt.
John Kornblum wird 1943 in der Industriestadt Detroit als Enkel ostpreußischer Rhabarberbauern geboren, die im 19. Jahrhundert ihr Glück in der Fremde suchten. Er studiert Germanistik und Politik und tritt 1964 in den diplomatischen Dienst ein. Mit nur 21 Jahren kommt er als Vizekonsul im US-amerikanischen Konsulat in Hamburg zum ersten Mal nach Deutschland. In den folgenden 30 Jahren führen ihn seine beruflichen Stationen immer wieder in das Land seiner Vorfahren. Er wird zu einem Experten für transatlantische Beziehungen und diplomatischer Schlüsselspieler auf beiden Seiten der Mauer.
Nach seiner Zeit in Hamburg wird er Mitglied des State Departments und kehrt Ende der Sechziger Jahre als Mitarbeiter der Bonner US- Botschaft nach Deutschland zurück. 1971 nimmt er an den Verhandlungen zum Viermächteabkommen teil, das den Status Berlins und den Zugang zu Westteil der Stadt regelt. Berlin ist immer wieder Anlaufstation für Kornblums weitere Karriere: Er wird Politischer Berater in der Ost-Berliner Vertretung der USA.
Mitte der Achtziger Jahre ist er stellvertretender Stadtkommandant von West-Berlin und arrangiert auf der Glienicker Brücke den größten Agentenaustausch zwischen beiden deutschen Staaten. Nach der deutschen Wiedervereinigung betritt er zunehmend das europäische Parkett: Als Botschafter der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und späterer Sonderbotschafter für Bosnien trägt er entscheidenden Anteil am Abkommen von Dayton. Kornblum hilft den blutigen Bürgerkrieg auf dem Balkan zu beenden.
1997 folgt der krönende Abschluss seiner politischen Karriere: Als US-Botschafter der Clinton-Administration kehrt John Kornblum nach Berlin zurück und ist bis heute geblieben.
Als Chairman einer Gala des Atlantic-Forums erinnert Kornblum in dieser Woche an Kennedys historischen Besuch in Berlin und würdigt seine visionäre Kraft für das 21. Jahrhundert.
Bei THADEUSZ erläutert John Kornblum, warum Obama trotz aller Begeisterung nicht zur Legende taugt, verrät, welchen Satz er Reagan einst über die Mauer rufen ließ, und berichtet, ob er sich selbst eigentlich auch mittlerweile als Berliner begreift.
John Kornblum wird 1943 in der Industriestadt Detroit als Enkel ostpreußischer Rhabarberbauern geboren, die im 19. Jahrhundert ihr Glück in der Fremde suchten. Er studiert Germanistik und Politik und tritt 1964 in den diplomatischen Dienst ein. Mit nur 21 Jahren kommt er als Vizekonsul im US-amerikanischen Konsulat in Hamburg zum ersten Mal nach Deutschland. In den folgenden 30 Jahren führen ihn seine beruflichen Stationen immer wieder in das Land seiner Vorfahren. Er wird zu einem Experten für transatlantische Beziehungen und diplomatischer Schlüsselspieler auf beiden Seiten der Mauer.
Nach seiner Zeit in Hamburg wird er Mitglied des State Departments und kehrt Ende der Sechziger Jahre als Mitarbeiter der Bonner US- Botschaft nach Deutschland zurück. 1971 nimmt er an den Verhandlungen zum Viermächteabkommen teil, das den Status Berlins und den Zugang zu Westteil der Stadt regelt. Berlin ist immer wieder Anlaufstation für Kornblums weitere Karriere: Er wird Politischer Berater in der Ost-Berliner Vertretung der USA.
Mitte der Achtziger Jahre ist er stellvertretender Stadtkommandant von West-Berlin und arrangiert auf der Glienicker Brücke den größten Agentenaustausch zwischen beiden deutschen Staaten. Nach der deutschen Wiedervereinigung betritt er zunehmend das europäische Parkett: Als Botschafter der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa und späterer Sonderbotschafter für Bosnien trägt er entscheidenden Anteil am Abkommen von Dayton. Kornblum hilft den blutigen Bürgerkrieg auf dem Balkan zu beenden.
1997 folgt der krönende Abschluss seiner politischen Karriere: Als US-Botschafter der Clinton-Administration kehrt John Kornblum nach Berlin zurück und ist bis heute geblieben.
Als Chairman einer Gala des Atlantic-Forums erinnert Kornblum in dieser Woche an Kennedys historischen Besuch in Berlin und würdigt seine visionäre Kraft für das 21. Jahrhundert.
Bei THADEUSZ erläutert John Kornblum, warum Obama trotz aller Begeisterung nicht zur Legende taugt, verrät, welchen Satz er Reagan einst über die Mauer rufen ließ, und berichtet, ob er sich selbst eigentlich auch mittlerweile als Berliner begreift.


