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Er ist Berliner, genauer gesagt Friedrichshagener, obwohl in seinem Pass als Geburtsort Quedlinburg vermerkt wurde. Als DDR-Bürger, Schauspieler und Regisseur hat Leander Haußmann jedoch weitaus größere und schönere Niederlagen als diese erlebt. In seinem Buch "BUH. Mein Weg zu Reichtum, Schönheit und Glück" dürfen die Leser mit ihm scheitern.
Leander Haußmann wird 1959 in eine Theaterfamilie hineingeboren. Seine Mutter Doris ist Kostümbildnerin und Vater Ezard Schauspieler. Nach der Schule bringt ihn die Berufsberatung in die Produktion, als Tiefdrucker lernt er Zeitungen herzustellen. Danach will er doch lieber, wie schon sein Großvater, Schauspieler werden und erhält an der Schauspielschule Ernst Busch die Möglichkeit dazu.
Theater spielt er dann erst einmal in der Provinz. Aber wie! In seiner Inszenierung am Theater in Parchim strippt ein Volkspolizist und die realen Kollegen im Publikum sind schwer begeistert. Irgendwann findet Leander Haußmann die DDR nicht mehr nur lustig und will weg. Sein Ausreiseantrag wird jedoch nicht genehmigt. Als der Staat untergeht, beginnt seine Karriere erst richtig. Er wird ein gefeierter Theaterregisseur, ist für fünf Jahre Intendant des Schauspielhauses Bochum, inszenierte Opern und Operetten und dreht irgendwann seinen ersten Film "Sonnenallee". Der wird ein großer Erfolg, dem weitere folgen. Sein mit 12 Millionen Budget teuerster Film "Hotel Lux" scheitert 2011 grandios, könnte jedoch nach Meinung von Leander Haußmann einstmals wiederentdeckt und verehrt werden.
Nach dem sehr erfolgreichen Polizeiruf "Kinderparadies" mit Matthias Brandt in der Hauptrolle feierte Leander Haußmann Ende November die Premiere seiner Hamlet-Inszenierung am Berliner Ensemble.
Bei THADEUSZ bekennt er sich zu seinen Geheimdienstmethoden im privaten Umfeld, erzählt von seinem missglückten Klinikaufenthalt und bekennt, welcher Rat am Ende einer teuer bezahlten Paartherapie stand.


