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Wenn er sein spitzbübisches Lächeln zeigte, wollten ihm die Menschen am liebsten alles glauben. Gelernter Diplomingenieur, ein Quereinsteiger in die Politik, Familienvater, Jeansträger – Matthias Platzeck war immer der Sonnyboy der Politik.
Menschlich, ein harter Arbeiter, kein Bürokrat. Ein Malocher, der vor lauter Enthusiasmus für seine Tätigkeit auch mal die eigene Gesundheit vernachlässigte. Die Quittung folgte – 2006 musste Matthias Platzeck auf ärztlichen Rat hin das Amt als SPD-Vorsitzender aufgeben. Im Juni 2013 erlitt er einen Schlaganfall, im August trat er - auf Anraten seiner Ärzte - schweren Herzens als Ministerpräsident Brandenburgs zurück.
Für die brandenburgische SPD bedeutete Platzecks Rücktritt einen großen Verlust, er galt als Garant für Wahlsiege. 23 Jahre lang hatte der charismatische Politiker die Politik im Land geprägt - erst als Umweltminister, dann als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam und schließlich als Landesherr. Und Platzeck liebt sein Land von Herzen. Damit für seine Brandenburger alles reibungslos verläuft, hatte Platzeck seine Nachfolge schon geregelt, bevor er seinen Rücktritt verkündete. Auf der Pressekonferenz saß der damalige brandenburgische Innenminister Dietmar Woidke, der sein Amt übernehmen sollte, bereits an seiner Seite. Der Landtag dankte es Platzeck und wählte Dietmar Woidke am 28. August zum neuen Ministerpräsidenten.
Doch so ganz kann der „Deichgraf“ die Finger nicht von der Politik lassen. Sein Mandat als Landtagsabgeordneter will Matthias Platzeck bis Ende der Wahlperiode im Herbst 2014 behalten. Und kündigte schon jetzt an, auch 2014 wieder kandidieren zu wollen. Dann wäre der charismatische Politiker bis 2019 noch "Hinterbänkler" in "seinem" Landtag. Doch seine Genossen haben andere Pläne mit ihm. Sie wollen ihren "Herzenswärmer" und Wahlsieggaranten zum Landtagspräsidenten machen.


