Rudolf Seiters und Jörg Thadeusz (Quelle: rbb)

- Rudolf Seiters

Er war der Mann im Schatten. Als Kanzleramtsminister hat er unter Helmut Kohl im September 1989 die Ausreise der Flüchtlinge aus der Prager Botschaft und die Deutsch-Deutschen Einigungsverträge ausgehandelt. Während er hinter den Kulissen agierte, trat der damalige Außenminister Hans Dietrich Genscher vor die Kameras, verkündete die Ausreise und erntete die Lorbeeren.

Rudolf Seiters nimmt es bis heute recht gelassen: „Ich mag Konkurrenzdenken nicht. Ich hatte nie ein Problem damit, dass Hans Dietrich Genscher auf dem Prager Balkon die Botschaft - die wir ja gemeinsam brachten - verkündete.“

Diese zurückgenommene Art des studierten Juristen war auch prägend für seine Zeit als Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes(von April 1989 bis November 1991). Danach übernahm Rudolf Seiters von Wolfgang Schäuble den Posten des Bundesinnenministers – allerdings nicht lange: Als bei einem polizeilichen Einsatz im mecklenburgischen Bad Kleinen der RAF-Terrorist Wolfgang Grams und ein Beamter der Spezialeinheit GSG 9 ums Leben kamen, übernahm Seiters die politische Verantwortung. Gegen den ausdrücklichen Wunsch von Helmut Kohl trat er am 4. Juli 1993 von seinem Amt zurück. Immerhin versüßte ihm eine Welle der Sympathie seinen Abschied: Bei einer damaligen Umfrage wollten ihn zwei Drittel der Bundesbürger weiterhin im Bundeskabinett sehen. Von 1998 bis 2002 agierte Rudolf Seiters dann als Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Seit November 2003 ist er Präsident des Deutschen Roten Kreuzes. Nach langer politischer Karriere, so Seiters, wolle er sich mit einem Ehrenamt für die Chancen in seinem Leben bedanken.

Bei „THADEUSZ“ spricht Rudolf Seiters darüber, warum es sein Traumberuf war als Politiker zu arbeiten, wie er es geschafft hat, neun Mal als Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen und warum er jetzt gern Chef des Deutschen Roten Kreuzes ist.