Wolfgang Joop und Jörg Thadeusz (Quelle: rbb)

- Wolfgang Joop

Er ist ein begnadetes Multitalent und kokettiert dennoch gern mit der eigenen Selbsteinschätzung als hauptberuflicher Dilettant, dessen Laufbahn eher zufällig ein großer Wurf wurde. Obwohl sein Modelabel „Wunderkind“ schon mehrfach tot gesagt wurde, erlebt der exzentrische Designer mit dem preußischen Sinn fürs Ernsthafte gerade den goldenen Herbst seiner Karriere.

Auf dem idyllischen Familienanwesen am Rande der Schlossgärten von Sanssouci verlebt Wolfgang Joop glückliche Kinderjahre, bis der Vater  - ein Kriegsheimkehrer – in Braunschweig eine Anstellung findet.  Die Jugend in der verhassten Provinz macht  aus dem  begabten Jungen einen sensiblen Einzelgänger, der sich in den Ferien in das verlorene Reich seiner Kindheit flüchtet und schon früh seine Leidenschaft für Malerei, Stoffe, Schnitte und Accessoires entdeckt. Gemeinsam mit seiner späteren Ehefrau, mit der er zwei Töchter bekommt, wagt er den Sprung in die Modebranche und avanciert Anfang der Achtziger Jahre zum preisgekrönten Fashionwunder, dessen Marke „Joop!“ schnell international erfolgreich wird und über Jahrzehnte trendprägend ist.

Nach dem Mauerfall erwählt der heute 68-jährige vierfache Großvater seine Geburtsstadt als neuen, alten Lebensmittelpunkt und schlägt hier ein neues Kapitel seines unerschöpflich scheinenden Schaffensdrangs auf. Mit seiner Firma „Wunderkind“, die er von Inverstoren zurückkaufte, produziert er von Potsdam aus Haute Couture „Made in Germany“.

In seiner jüngst erschienenen Autobiografie „Undressed  - Aus einem Leben mit mir“ resümiert Wolfgang Joop auf unterhaltsame und geistreiche Art sein buntes Leben:  „Mit all den Dingen, die ich tue, versuche ich, das Glück so zu unterhalten, dass es einen Moment länger bleibt.“

Bei „THADEUSZ“ erzählt Wolfgang Joop, wie es ihm schon als Internatszögling gelang, kratzige Schafswollsocken fashionabel werden zu lassen, berichtet, warum er in Hamburger Diskotheken niemals Break-Dance tanzte  und verrät, warum Angela Merkel bei ihm stets einen Stein im Brett hat.