Wolfgang Schäuble und Jörg Thadeusz (Quelle: rbb)

- Wolfgang Schäuble

19 Tage sind es noch bis zur Bundestagswahl, und die heiße Phase des Wahlkampfes hätte längst beginnen müssen. Doch es ist spätsommerlich mild in Deutschland. Das dürfte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gefallen. Sieht er sich doch als "fröhlichen Sisyphos", der bedacht das Richtige und Wichtige tut und die Stimmen der Wähler eher als Dank und Wertschätzung wahrnimmt.

 

In seinem politischen Leben hat der Siebzigjährige mehr erreicht und erlebt als viele andere. 1972 für die CDU in den Bundestag gewählt und in Ausschüssen bewährt, wurde er nach zehn Jahren Parlamentarischer Geschäftsführer. Ab 1984 wird er Helmut Kohls wichtigster Mann und erledigt als Chef des Kanzleramtes den nicht repräsentativen Teil der deutschen Einheit. Er war Innenminister unter Merkel und Kohl und ist seit 2009 Bundesminister der Finanzen. Wolfgang Schäuble, Wirtschaftsjurist, Sohn eines Steuerberaters und hat in der Politik seine Leidenschaft gefunden und stellt sich auch am 22. September 2013 wieder zur Wahl. "Denn gerade jetzt, wo Europa gegen die Schuldenkrise kämpft, könne doch der "wichtigste" Finanzminister keine lame duck, also praktisch handlungsunfähig, werden." Wolfgang Schäuble hat sich nach den Schüssen eines psychisch Kranken 1990, die ihn vom dritten Brustwirbel abwärts lähmen, zurück an den Schreibtisch und in sein altes Leben gekämpft. Der Rollstuhl behindert ihn, aber nicht seine Arbeit. Die hat er selten schlecht gemacht, für einige wenige Fehler im Umgang mit Parteispenden und der Wahrheit bittet er im Jahr 2000 im Bundestag um Entschuldigung. Er wird nicht erneut Fraktionsvorsitzender und auch nicht Bundespräsident, doch 2005 wieder Merkels Innenminister.