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Acht Wochen nach der Wahl haben sich die zwölf Berliner Bezirksparlamente konstituiert. In elf Bezirken wurden bereits die Bürgermeister gewählt. Dabei gingen acht Posten an die SPD, ein weiterer könnte noch hinzukommen.
Hochburg an SPD abgetreten
Der Sozialdemokrat Andreas Geisel (45) ist neuer Bezirksbürgermeister von Lichtenberg. Er wurde von einer Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Grünen gewählt. Die notwendige Mehrheit von 28 Stimmen kam erst im zweiten Wahlgang zustande, im ersten Durchlauf fehlte ein Votum für Geisel.
Der bisherige Stadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Verkehr löst damit Christina Emmrich (Linke) ab, die seit 2002 Rathauschefin war. Damit hat die Linke alle Bürgermeisterposten in den Berliner Bezirken verloren, obwohl sie in Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg stärkste Partei blieb.
Auch in Marzahn-Hellersdorf musste sie das Amt kürzlich an die SPD abtreten.
Emmrich wurde im zweiten Wahlgang mit 27 Stimmen zur stellvertretenden Bürgermeisterin gewählt. Sie verwaltet künftig die Ressorts Jugend und Gesundheit.
Drei Anläufe in Spandau
In Spandau brauchte der SPD-Politiker Helmut Kleebank drei Anläufe, um neuer Bezirks-Bürgermeister zu werden.
Nach zwei gescheiterten Wahlgängen erhielt er im dritten Anlauf die notwendige Mehrheit. Auch drei der vier Abweichler, die vermutlich aus der SPD selbst kamen, stimmten diesmal für den 46-jährigen Schulleiter.
Kleebank löst damit den CDU-Politiker Konrad Birkholz ab, der Spandau 16 Jahre lang regiert hatte. Die CDU hat mit drei Stadträten dennoch die Mehrheit im Bezirksamt.
Buschkowsky bleibt Bürgermeister in Neukölln
Ihre Rathäuser behaupten konnten die Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) in Neukölln, Christian Hanke (SPD) in Mitte, Matthias Köhne (SPD) in Pankow und Frank Balzer (CDU) in Reinickendorf. Auch in Steglitz-Zehlendorf steht Norbert Kopp von der CDU als Bürgermeister so gut wie fest, gewählt wird am 16. November.
In Tempelhof-Schöneberg ist die CDU stärkste Partei, SPD und Grüne verhandeln aber über eine Zählgemeinschaft. Bürgermeisterin könnte die SPD-Kandidatin Angelika Schöttler werden. Das Bezirksamt soll erst Mitte November gewählt werden. In Charlottenburg-Wilmersdorf kam der SPD-Mann Reinhard Naumann mit Hilfe der Grünen ans Bezirksruder, die meisten Stimmen hatten bei der Wahl am 18. September die Christdemokraten bekommen.
Die Wahl des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg findet am 23. November statt, stärkste Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung sind die Grünen unter Bürgermeister Franz Schulz.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg