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rbbonline | Flughafen BER | Der lange Weg zum BER


Als neuer Aufsichtsratschef des Flughafens Berlin Brandenburg muss Matthias Platzeck (SPD) am Donnerstag dem Verkehrsausschuss des Bundestages Rede und Antwort stehen. Erst gestern hatte er das Amt von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) übernommen und den bisherigen Flughafenchef Rainer Schwarz abberufen. Nun wird ein neuer Geschäftsführer gesucht, doch aller Voraussicht nach wird der BER erst 2015 startklar sein.
Einen Tag nach der Sondersitzung des BER-Aufsichtsrates beschäftigt sich am Donnerstag der Verkehrsausschuss des Bundestages mit dem Flughafen-Fiasko. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), will den Abgeordneten Rede und Antwort stehen, wie er am Mittwoch ankündigte. Erwartet werden daneben auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), Flughafen-Technikchef Horst Amann und Vertreter des von der Flughafengesellschaft gekündigten Architekturbüros Gerkan, wie es am Mittwoch in Ausschusskreisen hieß.
Rainer Schwarz nimmt seinen Hut
Nicht mit dabei ist Rainer Schwarz: "Herr Schwarz hat sein Dienstzimmer geräumt und den Betrieb verlassen": Mit diesen Worten kündigte der neue Aufsichtsratschef des Flughafens, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), am Mittwoch den Wechsel an der BER-Spitze an. Ein Nachfolger werde jetzt gesucht. Platzeck ließ offen, wie lange die Suche nach einem neuen Geschäftsführer dauern werde. Er wies darauf hin, dass die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund nicht jeden bezahlen könnten, der für den Job infrage komme.
Um die Abfindung für Rainer Schwarz wird jetzt spekuliert: Medien berichten von einer millionenschweren Abfindung. Platzeck sagte, ein Rechtsgutachten, das er in etwa acht Wochen erwartet, solle Klarheit schaffen.
Der seit 2006 amtierende Manager Rainer Schwarz war immer stärker unter Druck geraten, nachdem die zuletzt auf den 27. Oktober 2013 verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens geplatzt war. Vor allem der Bund als Mitgesellschafter hatte massiv auf eine Ablösung gedrängt.
Mit neuer Geschäftsführung Pannenserie beenden
Eine neue Führung soll das Desaster um den Berliner Hauptstadtflughafen endlich in den Griff bekommen. Der technische Geschäftsführer Horst Amann wird zunächst die Geschäfte führen. Künftig soll eine Dreierspitze das Unternehmen leiten. Außer Amann soll es einen Vorsitzenden der Geschäftsführung und einen Finanzgeschäftsführer geben. Kandidatennamen wurden nicht genannt. Es müsse jemand mit Erfahrung in der Branche sein.
Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, soll Vorsitzender des Projektausschusses, eines Gremiums des Aufsichtsrats, werden. Bomba folgt auf diesem Posten Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Wowereit wird stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.
Der neue Mann im Kontrollgremium
Zuvor war es zum Wechsel an der Aufsichtsratsspitze gekommen: Am Mittag beschloss das Gremium einstimmig, dass der Aufsichtsratsvorsitz vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, an Platzeck (beide SPD) geht. Nachdem Platzeck sich dafür am Montag im Landtag den notwendigen politischen Rückhalt gesichert hat, wurde der Wechsel nun auch formal vollzogen. Platzeck will den Bau des BER deutlich intensiver überwachen als bisher. Er plant wöchentliche Unterrichtungen und eine eigene Abteilung in der Potsdamer Staatskanzlei.
Eröffnungstermin: Völlig unklar
Derweil zeichnet sich als realistischer Eröffnungstermin das Jahr 2015 ab. Es soll untersucht werden, wie umfangreich die Umbauten und Veränderungen am BER sein müssen, bevor die Brandschutzanlage genehmigt werden kann. Technikchef Horst Amann geht davon aus, dass eine Prognose frühestens in zwei Monaten möglich ist. Vorher sei keine Aussage über einen neuen Starttermin möglich, erklärte er. Ein Termin im Herbst 2014 sei unter diesen Umständen nur noch unter optimalen Bedingungen einzuhalten.
Und auch die Frage nach den Gesamtkosten konnten am Mittwoch nicht beantwortet werden. Dafür hat die Rechnung derzeit zu viele Unbekannte. Klar ist wohl nur eins: Der BER wird den derzeitigen Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro noch einmal sprengen. Ursprünglich waren für den neuen Flughafen einmal knapp zwei Milliarden Euro eingeplant.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg