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rbbonline | Flughafen BER | Der lange Weg zum BER


Der seit Monaten in der Kritik stehende Chef der Flughafengesellschaft, Rainer Schwarz, bleibt im Amt. Das wurde am Donnerstag auf der Sitzung des Aufsichtsrates entschieden.
Ob Schwarz für Verzögerungen und Pannen haftbar gemacht werden kann, soll durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und eine Anwaltskanzlei geklärt werden. Ergebnisse sollen bis zum ersten Quartal nächsten Jahres vorliegen.
Sonderermittler aus dem Bundesverkehrsministerium hatten Schwarz vorgeworfen, den Aufsichtsrat im Frühjahr zu spät über die unvermeidliche Absage der Flughafeneröffnung informiert zu haben. Der Flughafenchef hatte dies zurückgewiesen.
Zusatzgelder sollen fließen
Die Mitglieder des Gremiums beschlossen außerdem, dass die zusätzlichen Mittel für die Fertigstellung des neuen Flughafens bereitgestellt werden sollen. "Einvernehmlich" sei die Empfehlung ausgesprochen worden, den vom Aufsichtsrat ermittelten zusätzlichen Finanzbedarf von 1,2 Milliarden Euro in die Haushalte einzustellen. Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba betonte, daran seien keine Bedingungen geknüpft worden.
Zuvor hatten Politiker aus Union und FDP gefordert, vor einer Freigabe des Bundesanteils in Höhe von 312 Millionen Euro müsste es weitere personelle Konsequenzen in der Flughafen-Geschäftsführung geben.
Die Baukosten für den neuen Flughafen sind von ursprünglich 2,4 Milliarden Euro auf inzwischen 4,3 Milliarden Euro hochgeschnellt.
Wowereit: Wir sind im Zeitplan
Die Arbeiten auf der BER-Baustelle sollen Mitte November wieder aufgenommen werden. Im Zentrum steht dabei die fehlerhafte Entrauchungsanlage. Technikchef Horst Amman zeigte sich optimistisch, dass der jetzt geltende Eröffnungstermin 27. Oktober 2013 eingehalten werde. Bei der Fertigstellung der Entrauchungsanlage im Terminal sei man "im grünen Bereich". Es gehe nur um einen "geringfügigen Umbau".
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Chef des Aufsichtsrates, sagte: "Wir sind im Zeitplan."
Probleme am Bau gibt es jedoch offensichtlich weiter. So hat der Aufsichtsrat drei neue leitende Mitarbeiter für den Bereich gebilligt. Außerdem wird die Projektüberwachung neu ausgeschrieben. Der Prozess soll bis Dezember abgeschlossen sein. "Wir haben noch einige Aufgaben vor uns", so Amann. Nach seinem Zeitplan müssen die Arbeiten am BER bis etwa Ende Mai abgeschlossen sein, damit dann ein fünfmonatiger Probebetrieb beginnen kann.
Untersuchungsausschuss besichtigt Flughafen-Baustelle
Am Freitag will sich der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses auf dem
Flughafengelände über die aktuelle Situation informieren. Das Gremium hatte Mitte Oktober mit der Aufklärung des Debakels begonnen. Der Skandal um den Flughafen in Schönefeld habe zu einem "internationalen Reputationsverlust für Deutschland" geführt, sagte der Ausschussvorsitzende Martin Delius (Piratenpartei) zum Auftakt.
Das Gremium soll bis Ende 2013 herausfinden, warum der neue Airport Baumängel aufweist, später als vorgesehen eröffnet und erheblich teurer wird als geplant.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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