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rbbonline | Flughafen BER | Der lange Weg zum BER


Nach dem Debakel um den künftigen Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld steht der Chef der Flughafen-Gesellschaft, Rainer Schwarz, weiter unter Druck.
Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft werde auf seiner nächsten Sitzung am 1. November über mögliche Versäumnisse von Schwarz beraten, hieß es am Dienstag aus dem Bundesverkehrsministerium.
Einen Bericht der "Potsdamer Neuesten Nachrichten", wonach der 55-Jährige unmittelbar vor seiner Ablösung steht, wies Brandenburgs Regierungssprecher Thomas Braune allerdings zurück. Er sprach von einer "Falschmeldung".
Die Zeitung hatte sich in ihrer Dienstagsausgabe auf Informationen aus der Bundespolitik berufen. Hochrangige Vertreter aus Aufsichtsratskreisen hätten diese unabhängig voneinander bestätigt. Danach sollte auf der Aufsichtsratssitzung auch eine Entscheidung über die Ablösung von Schwarz getroffen werden.
Wegen der mehrmaligen Verschiebung des BER-Starttermins und der Kostenexplosion beim Flughafenbau steht Schwarz seit Monaten in der Kritik. Der Bund hatte schon mehrfach signalisiert, dass man sich vom Flughafen-Chef trennen wolle. Dies war bisher an den Mitgesellschaftern Brandenburg und Berlin gescheitert. Die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" hatten jetzt berichtet, Brandenburg wolle nicht mehr für Schwarz stimmen.
Bewusst Informationen verschwiegen?
Erst am vergangenen Wochenende waren neue Anschuldigungen gegen Schwarz erhoben worden. Das Bundesverkehrsministerium hatte ihm vorgeworfen, den Aufsichtsrat über die Probleme vor der geplanten Eröffnung des neuen Flughafens BER bewusst im Unklaren gelassen zu haben.
So sei Schwarz schon im März durch Experten des Flughafens München und die Unternehmensberatung McKinsey darauf hingewiesen worden, dass der Eröffnungstermin am 3. Juni nicht gehalten werden könne, sagte der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Michael Odenwald, im rbb. Die Abfertigung beim Probebetrieb sei noch in einem absolut kritischen Bereich gewesen. "Es waren nicht die operativen Voraussetzungen geschaffen, dass die Inbetriebnahme hätte gewährleistet werden können," so Odenwald.
Schwarz selbst hatte einen Täuschungsvorwurf zurückgewiesen und sich darauf berufen, dass McKinsey im April wieder grünes Licht gegeben habe.
Untersuchungsausschuss zum Flughafen
Am Freitag hatte ein Untersuchungsausschuss zum Flughafen-Debakel im Berliner Abgeordnetenhaus seine Arbeit aufgenommen.
Das Gremium soll in regelmäßigen Abständen bis etwa Ende 2013, möglicherweise auch bis Anfang 2014 tagen. Die Abgeordneten wollen vor allem klären, warum die Eröffnung dreimal verschoben werden musste und jetzt erst im Oktober 2013 geplant ist. Den Vorsitz hat Martin Delius (Piraten).
Grüne und FDP hatten auf der ersten Sitzung des Ausschusses die Abberufung von Schwarz gefordert.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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