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rbbonline | Flughafen BER | Der lange Weg zum BER


Die BER-Flughafengesellschaft ist nach Angaben von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) noch bis zum Ende des Jahres zahlungsfähig. Das sagte Platzeck am Montag im Hauptausschuss des Brandenburger Landtags.
Auch Flughafenchef Rainer Schwarz bestätigte, dass bis Ende des Jahres genug Geld vorhanden sei. Beide traten damit Spekulationen entgegen, wonach der Flughafengesellschaft schon früher das Geld ausgeht. Laut Schwarz wird der Flughafen Berlin Brandenburg nach neuesten Berechnungen insgesamt 4,4 Milliarden Euro kosten. Das ist etwa doppelt so viel wie beim Baustart im Jahr 2006 angenommen.
Die Gesellschafter - der Bund, Berlin und Brandenburg - müssen deshalb Geld nachschießen. Das Brandenburger Kabinett hat in seinem Entwurf für den Doppelhaushalt 2013/2014 bereits eine entsprechende Risikovorsorge getroffen.
Schwarz räumte ein, dass die Flughafengesellschaft extrem unterfinanziert mit Eigenkapital in das Projekt gestartet sei. Der Flughafenchef erklärte, dass fehlende Beträge durch den Betrieb des neuen Hauptstadtflughafens eingespielt und Kredite hiervon getilgt werden sollten
Brandenburgs Bündnisgrüne kritisieren Flughafenchef
Nach der erneuten Verschiebung des BER-Starttermins auf den 27. Oktober 2013 steht Flughafenchef Rainer Schwarz weiter in der Kritik.
Die Bündnisgrünen in Brandenburg bezweifelten die Glaubwürdigkeit des Managers. Der Fraktionschef Axel Vogel sagte dem rbb am Montag, Schwarz habe gemeinsam mit dem Aufsichtsrat den Karren an die Wand gefahren. Es wäre richtig, ihn auszutauschen und Kassensturz zu machen.
Rückenstärkung erhielt der Flughafenchef dagegen von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" sagte Platzeck, unter der Führung von Schwarz laufe das Fluggeschäft in Tegel und Schönefeld hervorragend.
Flughafenchef Schwarz räumt Fehler ein
Flughafenchef Rainer Schwarz hat angesichts der neuerlichen Verzögerung beim Bau des neues Flughafens eigene Fehler eingeräumt. In den letzten Monaten vor dem kurzfristig geplatzten Eröffnungstermin am 3. Juni seien technische Unzulänglichkeiten ausgeblendet worden, sagte Schwarz vor dem Hauptausschuss des Brandenburger Landtags. Alles sei auf darauf ausgerichtet gewesen, dieses Datum zu halten. "In den letzten Monaten war zu viel Hoffnung als Realitätssinn da."
Jedoch wies Schwarz nochmals darauf hin, dass die beiden Geschäftsführungsbereiche strikt voneinander getrennt waren. Der entlassene Manfred Körtgen habe als Chefplaner den technischen Bereich allein zu verantworten gehabt. "Wir haben uns lediglich einmal in der Woche auf einer Sitzung abgestimmt", sagte Schwarz, der Sprecher der Geschäftsführung und für den kaufmännischen Bereich zuständig ist.
Amann weist Bericht über massive Schäden am Terminal zurück
Berichte über angeblich massive bauliche Mängel am Terminal des künftigen Hauptstadtflughafens hat der neue Chefplaner Horst Amann zurückgewiesen. Das Terminal sinke nicht ab, sagte Amann am Montag im Hauptausschuss des brandenburgischen Landtags. Solche Berichte entbehrten einer Grundlage. Zwar setze sich das Gebäude, das sei jedoch völlig normal.
Zuvor hatte FDP-Generalsekretär Patrick Döring vor Schäden am neuen Berliner Hauptstadtflughafen durch einen nicht tragfähigen Baugrund gewarnt. "Einige neue Gebäude sacken jetzt schon so weit ab, dass sich bereits erhebliche Setzrisse bilden", hatte der Bundestagsabgeordnete dem Magazin "Focus" gesagt.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/themen/flughafen-ber/flughafen_ber/countdown/brandenburger_landtag.html