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rbbonline | Flughafen BER | Der lange Weg zum BER


Mit Vorschusslorbeeren kam Rainer Schwarz im Juni 2006 als neuer Flughafenchef nach Berlin. In gleicher Funktion hatte er zuvor vier Jahre lang den Düsseldorfer Airport hochprofitabel gemacht - mit mehr Interkontinentalflügen und Billigflugangeboten. Und nun Berlin.
In den ersten Jahren beantwortet der 1956 geborene Schwarz die Frage, ob der geplante Flughafen pünktlich im Jahr 2011 fertig wird, mit einem klaren "Ja". Der Macher ist zu Anfang voller Optimismus und zuletzt mitverantwortlich für den Bauverzug und den geplatzten Start des neuen Flughafens.
Angenehmer Geschäftspartner
Bei öffentlichen Auftritten wirkt der Manager aus dem Ruhrgebiet gelassen und freundlich. Geschäftspartner beschreiben den Umgang mit ihm als angenehm.
Der promovierte Betriebswirt arbeitete mehrere Jahre in der Forschung, bevor er 1988 seine Karriere in der Luftfahrtbranche begann. Beim Münchner Flughafen leitete er Abteilungen für Rechnungswesen und Marketing. 1996 kam er als Geschäftsführer zum Flughafen Nürnberg, 2001 wechselte er dann zum Airport Düsseldorf. In seine Amtszeit dort fiel die Eröffnung des neuen Terminals, das nach der Brandkatastrophe 1996 errichtet wurde.
Seit 2006 ist Schwarz Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Während er im Amt ist, steigen die Passagierzahlen in Berlin von 18 Millionen (2006) auf 25 Millionen (2012) Fluggästen jährlich. Schon in den ersten Interviews, die er als Flughafen-Chef gibt, scherzt Schwarz - eine Erweiterung sei vermutlich eher notwendig als gedacht.
Dunkle Augenringe und eine erste Entschuldigung
Bis Mitte 2010 schien der Zeitplan für den Flughafenbau aufzugehen, dann muss Schwarz die erste Verschiebung der Eröffnung bekanntgeben: Der November 2011 ist nicht zu halten. Nach der Pleite einer Planungsfirma und verschärften Sicherheitsbestimmungen wird nun der 3. Juni 2012 avisiert. Doch auch dieser Termin platzt nur knapp drei Wochen vor Inbetriebnahme.
Bei der peinlichen Absage des Termins ist ihm die Last deutlich anzusehen - an seinen dunklen Augenringen: "Ich kann mich nur entschuldigen für die Situation". Die Bildzeitung titelte nach der Bekanntgabe: "Dieses Duo blamiert ganz Deutschland" - gemeint waren damit Schwarz und sein Kollege, der technische Geschäftsführer Manfred Körtgen.
"Am Ende des Tages", so eine von Schwarz gern benutzte Redewendung, trägt er zwar Verantwortung für das Planungsdesaster - gefeuert wurde zunächst aber nur Körtgen. Rainer Schwarz sollte auf seinem Posten bleiben. Mindestens bis zum neuen Eröffnungstermin am 17. März 2013.
Doch auch bei dieser Entschuldigung sollte es nicht bleiben, denn aus dem 17. März wurde nichts. Wieder wurde ein neuer Eröffnungstermin bekanntgegeben. Nun sollte es der 23. Oktober 2013 werden.
Eröffnung vier mal verschoben: Schwarz unter ständigem Beschuss
Schon im Herbst 2012 werden Gerüchte lauter, Schwarz stehe vor seiner Ablösung als Flughafenchef. Bei der ersten Sitzung des Flughafen-Untersuchungsausschusses am 19. Oktober 2012 fordern Grüne und FDP bereits seine Abberufung. Wiederholt habe die Flughafengesellschaft den Aufsichtsrat über Probleme im Unklaren gelassen, kritisierten die Parteien. In den kommenden Monaten wird Schwarz von einigen Medien bereits als "Noch-Chef" betitelt.
Im Januar 2013 überschlagen sich dann die Ereignisse: Es wird klar, dass auch der vierte seit Baubeginn angekündigte Starttermin nicht einzuhalten ist und die Tore des BER statt im Oktober 2013 nun frühestens 2014 - vielleicht sogar erst 2015 - öffnen sollen. Klaus Wowereit gibt seinen Rücktritt vom Aufsichtsratsvorsitz bekannt und weitere Konsequenzen sollen folgen. Der Druck auf Schwarz wird noch größer.
Wer übernimmt die Verantwortung?
Die Flughafengesellschaft und das ehemalige Architektenbüro von Gerkan weisen sich gegenseitig mit harschen Worten die Verantwortung für das Terminchaos zu: Dabei soll Schwarz als Flughafenchef immer wieder unrealistische Vorgaben an die Planer gestellt haben.
Für den Bund und Verkehrsminister Ramsauer ist klar: Schwarz hat den Aufsichtsrat zu spät und nicht vollständig über Probleme aufgeklärt und muss daher gehen. Auf der BER-Aufsichtsratssitzung wurde am 16. Januar 2013 seine Entlassung beschlossen.
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