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Flughafen BER
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Matthias Platzeck (Quelle: dpa)

Nach BER-Debakel: Schwarz nimmt seinen Hut

Matthias Platzeck sucht den Flughafenretter

Am Ende geht es ganz schnell: Als der frisch gekürte Aufsichtsratsvorsitzende Matthias Platzeck die Entlassung von Rainer Schwarz als Flughafenchef verkündet, hat der schon sein Büro geräumt und den Betrieb verlassen. Jetzt wird ein belastbarer Topmanager gesucht - und das möglichst schnell. Der Auftrag lautet: den Pannenflughafen aus dem Chaos zu steuern.

Rainer Schwarz, Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH vor der Sitzung des Aufsichtsrates am 16.1.2013 (Bild: dpa)

Und weg ist er: Rainer Schwarz 

"Herr Schwarz hat sein Dienstzimmer geräumt und den Betrieb verlassen": Mit diesen Worten kündigte der neue Aufsichtsratschef des Flughafens, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), am Mittwoch den Wechsel an der BER-Spitze an. Ein Nachfolger werde jetzt gesucht. Platzeck ließ offen, wie lange die Suche nach einem neuen Geschäftsführer dauern werde. Er wies darauf hin, dass die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund nicht jeden bezahlen könnten, der für den Job infrage komme.

Um die Abfindung für Rainer Schwarz wird jetzt scharf spekuliert: Medien berichten von einer millionenschweren Abfindung. Platzeck sagte, ein Rechtsgutachten, das er in etwa acht Wochen erwartet, solle Klarheit schaffen.

Der seit 2006 amtierende Manager Rainer Schwarz war immer stärker unter Druck geraten, nachdem die zuletzt auf den 27. Oktober 2013 verschobene Eröffnung des Hauptstadtflughafens geplatzt war. Vor allem der Bund als Mitgesellschafter hatte massiv auf eine Ablösung gedrängt.

Mit neuer Geschäftsführung Pannenserie beenden

Eine neue Führung soll das Desaster um den Berliner Hauptstadtflughafen endlich in den Griff bekommen. Der technische Geschäftsführer Horst Amann wird zunächst die Geschäfte führen. Künftig soll eine Dreierspitze das Unternehmen leiten. Außer Amann soll es einen Vorsitzenden der Geschäftsführung und einen Finanzgeschäftsführer geben. Kandidatennamen wurden nicht genannt. Es müsse jemand mit Erfahrung in der Branche sein.

Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, soll Vorsitzender des Projektausschusses, eines Gremiums des Aufsichtsrats, werden. Bomba folgt auf diesem Posten Ralf Christophers nach, einem Vertreter des Landes Brandenburg. Wowereit wird stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender.

Der neue Mann im Kontrollgremium

Zuvor kam es zum Wechsel an der Aufsichtsratsspitze: Am Mittag beschloss das Gremium einstimmig, dass der Aufsichtsratsvorsitz vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, an Platzeck (beide SPD) geht. Nachdem Platzeck sich dafür am Montag im Landtag den notwendigen politischen Rückhalt gesichert hat, wurde der Wechsel nun auch formal vollzogen. Platzeck will den Bau des BER deutlich intensiver überwachen als bisher. Er plant wöchentliche Unterrichtungen und eine eigene Abteilung in der Potsdamer Staatskanzlei.

Unionsfraktion zweifelt an Eignung von Platzeck

Protest vor Aufsichtsratssitzung (dpa, 16.01.2013)

Proteste vorm Flughafen 

Doch Platzeck ist auf dem neuen Posten von Anfang an umstritten. So hat die Bundestagsfraktion weiterhin Bedenken, ob Platzeck für den Posten des neuen Aufsichtsratschefs der richtige Mann ist.

"Die Unterstützung ist nicht vorbehaltlos", sagte der haushaltspolitsche Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle (CDU), am Mittwochmorgen vor der Abstimmung im Deutschlandfunk. Ein Wechsel mache nur dann Sinn, "wenn die bestehenden strukturellen Fehler ausgeräumt werden". Der CDU-Abgeordnete forderte, dass ein Geschäftsführer mit Weisungsbefugnis eingesetzt wird. "Es muss einen geben, der den Hut aufhat", betonte Barthle.

Eröffnungstermin: Völlig unklar

BER Flughafen Schönefeld (dpa, Januar 2013)

Das Terminal des neuen Flughafens hinter dem Bauzaun (Foto: dpa) 

Derweil zeichnet sich als realistischer Eröffnungstermin das Jahr 2015 ab. Es soll untersucht werden, wie umfangreich die Umbauten und Veränderungen am BER sein müssen, bevor die Brandschutzanlage genehmigt werden kann. Technikchef Horst Amann geht davon aus, dass eine Prognose frühestens in zwei Monaten möglich ist. Vorher sei keine Aussage über einen neuen Starttermin möglich, erklärte er. Ein Termin im Herbst 2014 sei unter diesen Umständen nur noch unter optimalen Bedingungen einzuhalten.

Und auch die Frage nach den Gesamtkosten konnten am Mittwoch nicht beantwortet werden. Dafür hat die Rechnung derzeit zu viele Unbekannte. Klar ist wohl nur eins: Der BER wird den derzeitigen Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro noch einmal sprengen. Ursprünglich waren für den neuen Flughafen einmal knapp zwei Milliarden Euro eingeplant.

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Stand vom 16.01.2013

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 16.01.2013 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

rbb Spezial

Mi 16.01.13 20:15

rbb SPEZIAL
BER - wie weiter?

Moderation: Gerald Meyer

BER - wie weiter?

Nach dem Fehlstart des Flughafens Berlin-Brandenburg hat der Aufsichtsrat der Flughafen-Gesellschaft am Mittwoch erste Konsequenzen gezogen. Ist ein Neustart möglich? Das rbb SPEZIAL fasst die Ereignisse des Tages zusammen und lässt sie unter anderem vom früheren Chef des Flughafens München bewerten. _mehr

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Video 16.01.13

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BER: Aufsichtsrat klärt Personalfragen

BER: Aufsichtsrat klärt Personalfragen

Geschäftsführer Rainer Schwarz muss seinen Platz räumen. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) wurde einstimmig an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt. [Brandenburg aktuell]

Audio 16.01.13

Platzeck steigt auf, Schwarz steigt aus

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hat am Mittwoch zwei zentrale Personalentscheidungen getroffen, die so schon erwartet worden waren. rbb-Reporter Thomas Rautenberg berichtet. [Inforadio]

Video 16.01.13

Abendschau, 16.01.13
Flughafenchef muss gehen

Flughafenchef muss gehen

Wegen den massiven Problemen auf der BER Baustelle muss Flughafenchef Rainer Schwarz seinen Hut nehmen. [Abendschau]

Bildergalerie

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Die Serie der BER-Baumängel

Wieder wird sich die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens verschieben. Grund dafür sind die massiven Baufehler insbesondere an der Brandschutzanlage. Das ist aber noch nicht alles... [Galerie]

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

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