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Der Streit um den Lärmschutz für Anrainer des Flughafens Berlin Brandenburg wird sich offenbar noch bis ins kommende Jahr hinziehen. Das machte Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch im Landtag in Potsdam deutlich.
Zunächst sei ein neues Planfeststellungsverfahren mit Auslegung, Anhörung und Stellungnahmen Betroffener nötig, so Vogelsänger. Das könne bis Sommer 2013 dauern. Erst dann würden Anwohner erfahren, ob sie möglicherweise Anspruch auf Entschädigung haben, weil ihnen mehr Schallschutz zusteht.
Der neue Eröffnungstermin des Flughafens Berlin Brandenburg ist der 17. März 2012.
Flughafen will sechs Mal am Tag lauter als 55 Dezibel sein
Hintergrund des Streits ist ein Antrag der Flughafengesellschaft, die den letztinstanzlich genehmigten Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen ändern lassen will.
Sie will erreichen, dass Fluglärm in den Häusern bis zu sechs Mal am Tag lauter als 55 Dezibel sein darf. Darauf sei das bislang mit 157 Millionen Euro veranschlagte Schallschutzprogramm ausgelegt.
Die Betreiber argumentieren, der Planfeststellungsbeschluss sei in dieser Frage nicht eindeutig. Dürfte der Grenzwert tatsächlich nur ein Mal täglich überschritten werden, bekämen viele Anwohner zum zweiten Mal Handwerkerbesuch: Ihre Schallschutzfenster müssten gegen dickere getauscht werden.
Die Kosten der Flughafengesellschaft würden damit erneut steigen.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg