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Der Flughafen Tegel ist längst an seiner Kapazitätsgrenze und muss nun wegen der ungewissen Zukunft des BER noch länger durchhalten. Investitionen sind dringend von Nöten, um den Betrieb auf hoher Auslastung zu gewährleisten und die Nerven der Passagiere zu schonen. Der Senat prüfe derzeit den Sanierungsbedarf, so Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).
Der betagte Airport Schönefeld im Südosten und vor allem der alte Flughafen Tegel im Westen müssen die wachsende Zahl von Touristen und Geschäftsleuten durchschleusen, die nach Berlin kommen. Eigentlich sollten sie schon im Oktober 2011 stillgelegt werden wie zuvor der Flughafen Tempelhof. Gut 18 Millionen Passagiere kamen 2012 in Tegel an oder starteten von dort. Für lediglich sechs Millionen wurde er einst konzipiert.
Es gibt laut Senator Müller "keine Alternative" zur Weiterführung des Flugbetriebs in Tegel. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass ein sicherer und uneingeschränkter Flugbetrieb trotz hoher Auslastung möglich sei. Die Luftverkehrsbehörde habe jetzt einen Koordinierungsausschuss einberufen. Bis Ende Januar sollen erste Ergebnisse vorgelegt werden, wo bei der technischen Ausrüstung Tegels eventuell nachgerüstet werden muss.
Besonders die Gepäckförderbänder und die sanitären Anlagen in Tegel müssen laut Berliner Flughafengesellschaft dringend saniert werden. Die Ausgaben müssen auch noch vom Aufsichtsrat bewilligt werden. Nach der Verschiebung des BER-Eröffnungstermins im vergangenen Frühjahr waren zwei Millionen Euro für Tegel zur Verfügung gestellt worden.
Sorge um die Förderbänder aus den 70ern
Die Fluggesellschaften machen sich vor allem Sorgen um den Zustand der Transportanlagen aus den 70er Jahren. Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber forderte deshalb zu gewährleisten, dass bei einem Ausfall von Anlagen diese kurzfristig repariert werden. Dies gelte vor allem für die Gepäckbänder und die Fluggastbrücken, die in die Jahre gekommen und deshalb störungsanfällig seien. Wichtig sei, die vorhandene Infrastruktur am Laufen zu halten.
Schon bisher habe es auch bei einem kurzfristigen Ausfall der Gepäckbänder Engpässe gegeben, weil dann Personal gefehlt habe. Dieses müsse ausreichend vorhanden sein, so die Lufthansa. Zusätzliche Flüge werden wohl aufgrund fehlender Kapazitäten nicht angeboten. In den verschiedenen Flugplänen werden Ziele meist nur noch getauscht. Air Berlin hatte nach dem Bekanntwerden des erneut verschobenen Eröffnungstermins für den BER-Flughafen gefordert, die Flughafengesellschaft müsse in Tegel jetzt einen "noch besseren Standard" erreichen.
Weil in Tegel nun noch länger geflogen wird, muss auch die Beuth-Hochschule ihren Umzug verschieben. Ursprünglich hatte die Hochschule geplant, mit ihrem Gründerzentrum bereits 2014 ins Terminal des dann stillgelegten Flughafens zu wechseln. Die ersten Studenten aus dem Bereich urbane Technologie wären zum Wintersemester 2014/2015 nachgekommen. Probleme gibt es für die Hochschule offenbar nicht. Bestehende Mietverträge liefen weiter.
Die Tegel Projekt GmbH, die den Standort nach Stilllegung des Flughafens entwickeln soll, reagiert zurückhaltend auf die neue Lage. "Jetzt warten wir ab, ob ein neuer Termin steht. Dann müssen wir gucken, ob das Auswirkung auf unsere Planung hat“, sagte Sprecher Peter Strunk.
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