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rbbonline | Kleist-Jahr 2011


Der Direktor des Kleistmuseums in Frankfurt (Oder), Wolfgang de Bruyn, hat eine positive Halbzeit-Bilanz des Kleist-Jahrs gezogen. Die Sonder-Ausstellung in seinem Haus hätten seit der Eröffnung im Mai rund 2.000 Besucher gesehen. Es sei ein Schub nach vorne, sagte de Bruyn am Freitag dem rbb. Der 200. Todestag von Kleist habe das Interesse an dem Dichter geweckt. Immer mehr Berliner kämen in das Museum und hätten erkannt, dass es der einzige Ort sei, an dem man die Zeit von Kleist, der 1777 in Frankfurt (Oder) geboren wurde, nacherleben könne.
Insgesamt haben knapp 7000 Besucher haben von März bis heute Ausstellungen, Führungen sowie Lesungen im Rahmen des Kleist-Jahres in Frankfurt (Oder) besucht. Zusätzlich wurden weitere 2600 Gäste in der Berliner Partnerausstellung im Ephraim-Palais begrüßt. "Auf das Jahr hochgerechnet erwarten wir in den Ausstellungen bis zu 20 000 Besucher", sagte de Bruyn.
Nicht eingerechnet seien Frankfurter Zusatzveranstaltungen wie ein Kongress freier deutscher Autoren, die Kleist-Festtage sowie das Kleist-Festival mit verschiedenen Theateraufführungen und Podiumsdiskussionen, erklärte er weiter. Schon jetzt habe der Veranstaltungsmarathon sehr viel Gutes bewirkt.
Jenseits der Landesgrenzen habe das Kleist-Jahr für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt, ergänzte Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos). Besucheranfragen kommen auch aus der Schweiz, Österreich, Ungarn und dem englischsprachigen Raum.
"Zweifellos ist Heinrich von Kleist ein Dichter mit internationalem Renommee", so de Bruyn. Er gilt als einer der größten deutschen Dramatiker und Erzähler, dessen Werke wie "Die Marquise von O ..." oder "Michael Kohlhaas" zur Weltliteratur gehören.
Zur Halbzeit des Kleist-Jahrs, das im März 2011 begonnen hat, müsse de Bruyn hervorheben, "dass Politiker, Verwaltung und Wirtschaft jetzt erst gemerkt haben, dass man mit dem Dichter etwas bewegen kann. Durch Frankfurt ist ein wirklicher Ruck gegangen". Die Stadt sei in erster Linie nicht Universitäts- oder Oderstadt. Markenkern, mit dem man "wuchern" könne, sei Heinrich von Kleist (1777-1811). Er sei das neue, alte "Zugpferd", so der Museumsdirektor weiter.
Diesen Schub wolle man auch nach dem Veranstaltungsmarathon mitnehmen, so de Bruyn. Ein Baustein hierfür sei der Neubau des Kleist-Museums. Am vergangenen Montag haben die Bauarbeiten begonnen. Bis April kommenden Jahres soll der Rohbau stehen. Ein halbes Jahr später soll es fertig werden. Die erste Ausstellung sei für Anfang 2013 geplant, hieß es. Auch die Kleist-Gesellschaft verlege dann ihren Hauptsitz ins Museum.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg