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rbbonline | Was glaubst Du?

Der Brasilianer kommt noch vor der Wende nach Berlin. Mitgebracht hat er den Candomblé, eine populäre Naturreligion aus seiner Heimat. Zusammen mit seinem Freund gründet er den ersten Candomblé-Tempel Deutschlands, wo er als Orakelpriester jeden zweiten Monat seine Rituale durchführt – mit Opfergaben, Trancetänzen und Gesängen.
Geboren in São Paulo wächst Murah als kleiner Junge im Candomblé-Tempel seiner Großmutter in Salvador da Bahia auf. Hier durchläuft er auch die Ausbildung zum Priester, die im Candomblé 21 Jahre dauert.
Candomblé ist eine afro-brasilianische Religion, die mit dem Voodoo verwandt ist. In ihr existieren ein allmächtiger Gott, der Olurun, und 17 so genannte göttliche Aspekte, die Orixás. Das sind unterschiedliche Bestandteile der Natur, wie Wasser, Himmel, Erde und Bäume. Und für jeden Orixá gibt es bestimmte Rituale, Kostüme, Symbole und Speisen, mit denen er verehrt wird. Deshalb zieht sich eine Priesterausbildung auch so lange hin.
Als Murah erwachsen ist, macht er eine Ballett- und Tänzer-Ausbildung. Ein Engagement führt ihn Ende der 80er Jahre nach Berlin, wo er seinen eigenen Candomblé-Tempel errichtet. Hier treffen sich regelmäßig rund 300 Personen, um die Naturkräfte zu verehren. Bei den Happenings, die bis zu sechs Stunden dauern können, wird gemeinsam gekocht, Menschen tanzen sich in Trance und beten ihre Orixás an.
Ein Beitrag von Thomas Blecha
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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