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Der NSU-Skandal schlägt weiter Wellen. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) räumte ein, Fehler bei der Aufklärung des Falls gemacht zu haben. Die wichtigsten Eckdaten der NSU-Affäre im Überblick.
18. September 2012:
Berlins Innensenator Henkel räumt in einer Sondersitzung des Innenausschusses Fehler ein. Er bedauert, dass wichtige Informationen nicht früher an die zuständigen Stellen übermittelt worden seien. Henkel will einen Sonderermittler einsetzen.
13. September 2012:
Die V-Mann-Tätigkeit von Thomas S. wird publik. Innensenator Henkel gibt sich überrascht, gerät aber später unter Druck, da er seit März Bescheid wusste.
Anfang Juli 2012:
Der Generalbundesanwalt unterrichtet den Untersuchungsausschuss, da die Ermittler jetzt keine Sicherheitsbedenken mehr sehen. Thomas S. war Vertraulichkeit zugesichert worden. Das Gremium beantragt danach beim Land Berlin auch alle polizeilichen Erkenntnisse zum Fall NSU.
27. März 2012:
Drei Vertreter der Bundesanwaltschaft sichten Akten in Berlin. Vorerst soll der NSU-Ausschuss nicht informiert werden. Das LKA schreibt einen Bericht über Thomas S., der Bericht wird im Mai nach Karlsruhe geschickt. Eine Anfrage des Untersuchungsausschusses des Bundestages bei der Polizei hat laut amtierender Polizeipräsidentin Koppers zu diesem Zeitpunkt nicht vorgelegen.
15. März 2012:
Polizeivizechefin Koppers setzt die Bundesanwaltschaft telefonisch in Kenntnis. Fünf Tage später fliegt sie mit ihrem LKA-Leiter und dem Chef des Staatsschutzes nach Karlsruhe und berichtet dort.
7.-9. März 2012:
Das Bundeskriminalamt verschickt Listen mit Namen und Bildern möglicher NSU-Helfern an die Landespolizeien. In Berlin erkennt ein Beamter Thomas S. - die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers wird am nächsten Tag informiert. Akten werden gewälzt, um die Bundesanwaltschaft umfassend informieren zu können. Am 9. März unterrichtet Koppers Innensenator Frank Henkel (CDU).
1. März 2012:
Der Untersuchungsausschuss im Bundestag fragt in den Ländern mögliche Erkenntnisse über NSU-Helfern ab - darunter auch Thomas S.. Die Anfrage bleibt in Berlin aber unbeantwortet, weil sie sich nur auf Informationen des Verfassungsschutzes bezieht.
Januar 2011:
Der Staatsschutz beim LKA beendet nach einer Bewertung die Zusammenarbeit mit S.. Im November kommt die Mordserie der NSU-Terrorgruppe ans Tageslicht. Auch in Berlin werden daraufhin mögliche Verbindungen und ungeklärte Morde geprüft - ohne Treffer.
Juli 2005:
In einem zweiten "Landser"-Prozess in Dresden um den Vertrieb der verbotenen rechtsradikalen Band werden Vertriebschef Jan W. und Mitfinanzier Thomas S. zu Bewährungsstrafen verurteilt. In dem Jahr liefert S. letztmalig Hinweise an das LKA.
Dezember 2003:
In Berlin stuft das Kammergericht die Neonazi-Band "Landser" als kriminelle Vereinigung ein. Die Gruppe, die von S. und Jan W. unterstützt wurde, ist fortan verboten.
2002:
Seinem V-Mann-Führer sagt Thomas S., jemanden zu kennen, der Hinweise zu drei "wegen Waffen und Sprengstoff" gesuchten Personen habe. Dabei handelt es sich um den Rechtsrock-Produzenten und NSU-Waffenlieferanten Jan W.. Unklar ist, ob andere Behörden wie die Thüringer Polizei oder der Bundesverfassungsschutz informiert werden.
2000:
Der Staatsschutz am Berliner LKA wirbt S. als V-Mann an. Er soll Informationen zur rechtsextremen Musikszene liefern - etwa zur Berliner Gruppe "Landser", die im Fokus der Behörden steht.
November 1999:
S. lehnt die Spende eines Thüringer Neonazis für das Trio mit der Begründung ab, die drei bräuchten kein Geld, weil sie jetzt "jobben würden". Einen Monat zuvor hatte die NSU-Gruppe erstmals eine Postfiliale überfallen.
Januar 1998:
Während die Polizei in Jena die NSU-Bombenwerkstatt entdeckt, flüchten die drei Mitglieder. S. hilft ihnen, in Chemnitz unterzutauchen. Später ziehen die mit Haftbefehl Gesuchten weiter.
Bis 1998:
Thomas S. aus Chemnitz gilt als Vertrauter des NSU-Trios Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe, mit der er auch eine Affäre gehabt haben soll. Der Hintermann der rechtsextremen Musikszene "Blood and Honour" und beschafft der Gruppe rund ein Kilogramm Sprengstoff.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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