zwei Schiffbauer arbeiten an einem Holz- Ruder- Boot
zwei Schiffbauer arbeiten an einem Holz- Ruder- Boot

- Ruderer hart an der Grenze

Bis zu hundert Jahre alte Boote aus Holz und später auch aus Kunststoff lagern in den Hallen des Schülerruderverbandes Wannsee. Viele haben zwei Weltkriege überlebt und wurden von Westberlin häufig entlang der Grenze zur DDR gerudert und manchmal auch darüber hinaus.

Eigentlich ist der Verein für Schüler gegründet, die auf dem kleinen Wannsee und den angrenzenden Seen seit 1907 Rudern lernen. Es sind bis zu 2000 im Jahr. Die meisten Boote sind älter als sie, mehrfach geschliffen, lackiert und repariert. Im April 1945, der Krieg war fast zu Ende, sollten sie komplett zerstört werden, weil die Wehrmacht befürchtete, dass die Russen mit den Booten übersetzen könnten. Da habe ein schlauer Bootsbauer die Idee gehabt, einfach entlang des Kiels eine Planke mit dem Hammer herauszuschlagen, erzählt Olaf Buhl, ehemaliger Geschichtslehrer und Ruderer seit über 50 Jahren im Verein. Das Boot würde dann sofort sinken, ginge jedoch nicht kaputt. So konnten viele Holzboote, die heute noch existieren, gerettet werden.

Auch dank der Werkstatt, in der seit Beginn immer Bootsbauer arbeiteten. Sie ist ein kleines Museum mit Fotos berühmter Ruderer und mit Erinnerungsstücken, ein Schild vom Griebnitzsee erinnert an die Grenze zur DDR. Eine bewegende Zeit für viele Ruderer. So spielte zum Beispiel Konradin Groth, damals erster Solotrompeter der Berliner Philharmoniker, am Ende des Griebnitzsees 1988 eine gesamtdeutsche Hymne. Sehr zum Ärgernis der DDR-Grenzpolizei.

Beitrag von Julia Sebastian

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