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In vielen deutschen Städten, in denen "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn lebte und arbeitete, sind nach seinem Tode Denkmäler aufgestellt worden. Aber kein Ort scheint Turnern so heilig zu sein wie Lanz in der Prignitz, wo er zur Welt kam.
Ungezähmte Freiheitsliebe, Nationalgefühl und Sportbegeisterung. Jahn wird in Theorie und Praxis zum Vorkämpfer der deutschen Turnbewegung. Nur wenige Jahre nach seinem Tod werden Turnfeste regelmäßig zu Großveranstaltungen. Im Geburtsort Lanz wird 1863 ein Jahn- Denkmal errichtet und das kleine Prignitzdorf Wallfahrtsort.
Jeder Turner musste einmal im Geburtsort von Turnvater Jahn gewesen sein, das galt als Pflicht unter den Turnern in Deutschland.
Sie trainierten hier für Turnfeste, für regionale und internationale Wettkämpfe. 5000 Menschen kamen 1928 mit Sonderzügen nach Lanz. Zum 150. Geburtstag des Turnvaters weihten sie hier eine Jugendherberge ein. Der Clou: eine Turnhalle gehörte dazu.
Nach dem 2. Weltkrieg - wird es still um das Turnerdorf Lanz. Zwar blieb der Turnsport eine Massenbewegung, doch Lanz war nicht mehr zu erreichen, weil es im Sperrgebiet der deutsch-deutschen Grenze lag.
Beitrag von Juliane Kerber






