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Theodor Fontane wird wegen seiner faktenreichen und genau recherchierten Niederschrift seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg gelobt. Allerdings nahm er sich auch mal dichterische Freiheiten.
Das betrifft zum Beispiel die Geschichte des Fischers von Kaniswall (Band 4, „Spreeland“ der Wanderungen), den Fontane noch mit „h“, also Kahniswall schreibt. Der Kaniswall ist eine sandige Erhebung in feuchten Wiesen linksseitig des Weges von Gosen nach Neu Zittau. Seit 1753 war eine Familie Blume in mehreren Generationen Erbpächter. Sie waren aber keine Fischer, sondern anscheinend Bauern. Ein Dokument im Museum Köpenick beweist das. w Das hat unseren Theodor Fontane nicht davon abgehalten, dort einen Fischer anzusiedeln. Wasser ist reichlich in der Nähe, aber vom Kaniswall weit entfernt. Die Geschichte vom Fischer vom Kaniswall in Fontanes Wanderungen nach Schmöckwitz darf man in dem Fall nur wenig Glauben schenken. Aber die Geschichte schrammt haarscharf an der Wahrheit vorbei und seine Beobachtungen sind dennoch authentisch. Und die Geschichte des Fischers von Kaniswall wunderschön.
Autorin: Dagmar Lembke






