Fischer und seine Frau schauen auf See
Fischer und seine Frau

- Theodor-Tour – nach Kaniswall

Theodor Fontane wird wegen seiner faktenreichen und genau recherchierten Niederschrift seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg gelobt. Allerdings nahm er sich auch mal dichterische Freiheiten.

Das betrifft zum Beispiel die Geschichte des Fischers von Kaniswall (Band 4, „Spreeland“ der Wanderungen), den Fontane noch mit „h“, also Kahniswall schreibt. Der Kaniswall ist eine sandige Erhebung in feuchten Wiesen linksseitig des Weges von Gosen nach Neu Zittau. Seit 1753 war eine Familie Blume in mehreren Generationen Erbpächter. Sie waren aber keine Fischer, sondern anscheinend Bauern. Ein Dokument im Museum Köpenick beweist das. w Das hat unseren Theodor Fontane nicht davon abgehalten, dort einen Fischer anzusiedeln. Wasser ist reichlich in der Nähe, aber vom Kaniswall weit entfernt. Die Geschichte vom Fischer vom Kaniswall in Fontanes Wanderungen nach Schmöckwitz darf man in dem Fall nur wenig Glauben schenken. Aber die Geschichte schrammt haarscharf an der Wahrheit vorbei und seine Beobachtungen sind dennoch authentisch. Und die Geschichte des Fischers von Kaniswall wunderschön.

Autorin: Dagmar Lembke

weitere Themen der Sendung

Lebus

Der Fischerkiez von Lebus

Die Bewohner des Kietzes von Lebus haben ein jahrhundertealtes Privileg. Sie besitzen die Fischereirechte auf der Oder zwischen Küstrin und Frankfurt. 1510 wurden sie ihnen per Unkunde zugesprochen.

Perlenkette an einer Frau

Schmuck aus Fisch

Fischsilber war vom 19-. bis zum 20. Jahrhundert eine ganz besondere Farbe. Gewonnen wurde das Fischsilber aus den Schuppen diverser Fische, zum Beispiel aus dem Ueckley.

Mönche auf Kahn stacken

Schöner Fasten im Mittelalter

An vielen Orten Brandenburgs finden wir heute Fischteiche. Die meisten wurden von Mönchen angelegt. Die Klöster mussten sich selbst versorgen. Deshalb und vor allem wegen der langen Fastenzeit war Fisch ein fester Posten auf der Speisekarte.

Hering vor unscharfer Hausfassade

Wie der Hering wirklich nach Frankfurt kam

Manchen Besucher wundert es schon, dass vom Giebel des Rathauses ein goldener Hering grüßt. Was hat die Stadt an der Oder mit Heringen zu tun? Sie war tatsächlich bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts ein wichtiger Handelsplatz für Heringe an der Oder zwischen Stettin und Breslau.