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Eine der spektakulärsten Fluchten aus der DDR nach Westberlin fand bei Falkensee statt. Ein Lokführer durchbrach mit einem Personenzug die Absperrungen. Im Zug zahlreiche Mitglieder seiner Familie, aber auch ahnungslose Passagiere.
Kurz nach dem Mauerbau 1961 gab es noch Schlupflöcher. Zum Beispiel Bahngleise, die nicht von heute auf morgen gekappt werden konnten, weil weiterhin Züge, die sogenannten Interzonenzüge, von Westdeutschland nach West-Berlin fuhren. Das hatten die Alliierten so festgelegt. Ein solches Bahngleis wurde im Dezember 1961 von einem Lokführer zum Abdampfen genutzt. Er hat alles präzise geplant, die Strecke studiert, die „mitreisenden“ Familienmitglieder genau instruiert. Schließlich gelang es ihm, dass er im Dienstplan für den Zug von Oranienburg nach Albrechtshof eingeteilt wurde. Der Mauerdurchbruch war filmreif und wurde zwei Jahre später auch verfilmt.
Autor: Christoph Hölscher





