-
Wer in der DDR nicht ewig auf ein Auto warten wollte, der musste große Summen in die Hand nehmen und dann noch weitere Hindernisse überwinden. Der Handel mit Trabi, Wartburg und Co. folgte nicht dem sozialistischen Gang, sondern den kapitalistischen Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Und den Ideen waren kaum Grenzen gesetzt, wenn es darum ging, auf gesetzlichen Schleichwegen den Traum vom Fahren zu verwirklichen.
Die Autos wurden mit leicht geöffneter Seitenscheibe abgestellt und so konnten Interessenten kleine Zettel mit Angeboten einwerfen – eine Art Versteigerung. Ein Auto, dass eigentlich 21.000 Ostmark kostete, ließ sich auch diese Weise für 45.000 und mehr verkaufen. Der DDR-Staatsapparat versuchte anfangs durch abschreckende Strafen diesen Handel einzudämmen, hatte damit aber wenig Erfolg. Auch der Versuch, mit einem staatlich eingerichteten Gebrauchtwagen-Kontor den Handel planwirtschaftlich zu lenken, scheiterte am Markt. Nicht selten boten in der Mangelwarenwirtschaft der DDR Käufer anstatt Geld, Segelboote, Baumaterialien oder sogar Datschen an.
Autorin: Theresa Majerowitsch





