Gebrauchtwagenmarkt, eine Front vom Wartburg tourist vorne groß im Bild, dahinter ander PKW (Quelle rbb)

- Verrückter Autohandel in der DDR

Wer in der DDR nicht ewig auf ein Auto warten wollte, der musste große Summen in die Hand nehmen und dann noch weitere Hindernisse überwinden. Der Handel mit Trabi, Wartburg und Co. folgte nicht dem sozialistischen Gang, sondern den kapitalistischen Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Und den Ideen waren kaum Grenzen gesetzt, wenn es darum ging, auf gesetzlichen Schleichwegen den Traum vom Fahren zu verwirklichen.

Die Autos wurden mit leicht geöffneter Seitenscheibe abgestellt und so konnten Interessenten kleine Zettel mit Angeboten einwerfen – eine Art Versteigerung. Ein Auto, dass eigentlich 21.000 Ostmark kostete, ließ sich auch diese Weise für 45.000 und mehr verkaufen. Der DDR-Staatsapparat versuchte anfangs durch abschreckende Strafen diesen Handel einzudämmen, hatte damit aber wenig Erfolg. Auch der Versuch, mit einem staatlich eingerichteten Gebrauchtwagen-Kontor den Handel planwirtschaftlich zu lenken, scheiterte am Markt. Nicht selten boten in der Mangelwarenwirtschaft der DDR Käufer anstatt Geld, Segelboote, Baumaterialien oder sogar Datschen an.

Autorin: Theresa Majerowitsch

weitere Themen der Sendung

Vordergrund, historische Kasse Jahrhundertwende groß, dahinter passende Ladeneinrichtung(Quelle rbb)

Der Retter von Tante Emma

Fast überall in Brandenburg und Berlin sind historische Ladeneinrichtungen verschwunden. Doch immer wenn Abrissbirne und Sperrmüll drohten, dann war der Cottbuser Werner Motzek zur Stelle. "Theodor – Geschichte(n) aus der Mark" porträtiert den Sammler, Bäcker, Gastwirt und den künftigen Museums-Direktor einer ungewöhnlichen Ladenpassage.

zwei Kinder im Kostüm (ca. 1950) spiele am nostalgischen Kaufmannsladen ( Quelle rbb)

Großeinkauf auf kleiner Fläche

"Komm, wir spielen Kaufmannsladen…“ Mit diesen Worten ziehen seit über 150 Jahren Kinder in eine Phantasie-Welt mit leeren Verkaufsverpackungen und Spielgeld. Die Läden haben viele Zeiten und Moden mitgemacht. Kaufmannsläden aus Kaisers Zeiten gibt es im Spielzeugmuseum Havelland ebenso wie spätere Modelle aus Holz oder Plastik.

dreifach gefaltet Hausfassade nah mit durchgehendem Fensterband-ein Teil vom Kaufhaus Schocken in Cottbus (Queelle rbb)

Kaufhaus der Moderne

Am Cottbuser Schlosskirchplatz steht ein Haus mit gefalteter Fassade. Auffällig sind die Fenster. Abends leuchtet es. Dieses Haus wurde 1926 als Kaufhaus gebaut, ein Nebengebäude, das mit dem Haupthaus in der Spremberger Straße 10 verbunden war. Das Gebäude gilt als weltweit eines der ersten modernen Kaufhausbauten.

Hände nah, Frau und Mann haben gemeinsam eine Stange Ziegaretten in der Hand, Ziegaretten galt als Währung (Quelle rbb)

Als die Regale leer waren…

Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte in der Mark der Schwarzhandel. Geld war nichts mehr wert und Zigaretten eine gern gehandelte Währung. Viele Brandenburger zogen vom Land mit Lebensmitteln nach Berlin und wollten durch Tauschhandel Wertgegenstände zu ergattern. Mitten drin waren die Soldaten der Siegermächte, die in Zeiten der Not auf ein Schnäppchen hofften.