Vordergrund, historische Kasse Jahrhundertwende groß, dahinter passende Ladeneinrichtung(Quelle rbb)
Brandenburger Einkaufsgeschichten

- Der Retter von Tante Emma

Fast überall in Brandenburg und Berlin sind historische Ladeneinrichtungen verschwunden. Doch immer wenn Abrissbirne und Sperrmüll drohten, dann war der Cottbuser Werner Motzek zur Stelle. "Theodor – Geschichte(n) aus der Mark" porträtiert den Sammler, Bäcker, Gastwirt und den künftigen Museums-Direktor einer ungewöhnlichen Ladenpassage.

Werner Motzek sammelte schon seit frühester Jugend alles, was ihm in die Hände kommt. Aber er verscherbelt es nicht weiter, sondern baut sich damit eine eigene Existenz auf: Im Spreewalddorf Burg hat er einen historischen Bahnhof zur Museumskneipe umgebaut und baut nun noch ein "Museum der Einkaufskultur“, wo er über 100 Jahre alte Ladeneinrichtungen zeigt. Auch seiner Familie setzt er damit ein Denkmal. Denn die komplette Backstube ist dort ausgestellt, in der Werner Motzek das Backen beim Vater erlernt hat.

Beitrag von Dagmar Lembke

weitere Themen der Sendung

zwei Kinder im Kostüm (ca. 1950) spiele am nostalgischen Kaufmannsladen ( Quelle rbb)

Großeinkauf auf kleiner Fläche

"Komm, wir spielen Kaufmannsladen…“ Mit diesen Worten ziehen seit über 150 Jahren Kinder in eine Phantasie-Welt mit leeren Verkaufsverpackungen und Spielgeld. Die Läden haben viele Zeiten und Moden mitgemacht. Kaufmannsläden aus Kaisers Zeiten gibt es im Spielzeugmuseum Havelland ebenso wie spätere Modelle aus Holz oder Plastik.

dreifach gefaltet Hausfassade nah mit durchgehendem Fensterband-ein Teil vom Kaufhaus Schocken in Cottbus (Queelle rbb)

Kaufhaus der Moderne

Am Cottbuser Schlosskirchplatz steht ein Haus mit gefalteter Fassade. Auffällig sind die Fenster. Abends leuchtet es. Dieses Haus wurde 1926 als Kaufhaus gebaut, ein Nebengebäude, das mit dem Haupthaus in der Spremberger Straße 10 verbunden war. Das Gebäude gilt als weltweit eines der ersten modernen Kaufhausbauten.

Hände nah, Frau und Mann haben gemeinsam eine Stange Ziegaretten in der Hand, Ziegaretten galt als Währung (Quelle rbb)

Als die Regale leer waren…

Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte in der Mark der Schwarzhandel. Geld war nichts mehr wert und Zigaretten eine gern gehandelte Währung. Viele Brandenburger zogen vom Land mit Lebensmitteln nach Berlin und wollten durch Tauschhandel Wertgegenstände zu ergattern. Mitten drin waren die Soldaten der Siegermächte, die in Zeiten der Not auf ein Schnäppchen hofften.

Gebrauchtwagenmarkt, eine Front vom Wartburg tourist vorne groß im Bild, dahinter ander PKW (Quelle rbb)

Verrückter Autohandel in der DDR

Wer in der DDR nicht ewig auf ein Auto warten wollte, der musste große Summen in die Hand nehmen und dann noch weitere Hindernisse überwinden. Der Handel mit Trabi, Wartburg und Co. folgte nicht dem sozialistischen Gang, sondern den kapitalistischen Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Und den Ideen waren kaum Grenzen gesetzt, wenn es darum ging, auf gesetzlichen Schleichwegen den Traum vom Fahren zu verwirklichen.