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"Zum Brunnen in der Wüste", so nennt sich eine Cottbuser Freimaurerloge, die fast in Vergessenheit geraten ist. Der Männerorden hat es sich zum Ziel gesetzt, dass ihre Mitglieder, durch ständiges Arbeiten an sich selbst, ihren Charakter verbessern. Das ist der Kern des geheimnisvollen Freimaurer-Rituals, das vor den Blicken Fremder abgeschirmt wird.
Schaut man auf die Cottbuser Stadtgeschichte, so fällt noch etwas ganz anderes auf. Die Loge hatte erheblichen Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Leben. Das Mitgliederverzeichnis liest sich wie ein Who-is-who der bedeutendsten Persönlichkeiten, die nicht nur am persönlichen Wohlstand interessiert waren, sondern sich auch für ihre Stadt engagierten. Sogar über Frage, ob Fürst Pückler ein Freimaurer war, wurde viel spekuliert. Dass dieser Männerbund viel Wert auf Verschwiegenheit legt, war den Zielen nicht abträglich. Allerdings war es auch ein Grund, weshalb im Nationalsozialismus die Logen zerschlagen wurden. Auch zu DDR-Zeiten gelang in Cottbus keine Neugründung. Bis heute sind die Freimaurer fast in Vergessenheit geraten. Ihre Mitglieder bemühen sich nun um einen Neuanfang und suchen in der Lausitz engagierte Freimaurer, denen es vielleicht auch eines Tages wieder gelingen könnte, ein Logenhaus zu gründen.
Beitrag von Wolfgang Albus





