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Mit seinen Galgenliedern schuf Christian Morgenstern vor gut 100 Jahren ein ganz eigenes Genre in der Literatur. Seine grotesken Dichtungen sind bis heute berühmt. Weniger bekannt ist, dass der Name Galgenlieder seinen Ursprung in Brandenburg hat – auf dem Galgenberg in Werder.
Auf dem Galgenberg von Werder zechten Christian Morgenstern und seine Freunde. Sie nannten sich Galgenbrüder und trugen sich bei Obstwein und schrägen Ritualen gegenseitig Morgensterns klangvolle Texte vor. Weil sie durchaus Bürgerschreck-Format hatten, suchten sie die dunklen Ecken der Gaststätte für ihre Rituale.
Christian Morgensterns 100. Todestag jährt sich am 31. März zum 100. Mal. In Werder wird gerade die Morgenstern-Ausstellung zu einem Literaturmuseum erweitert und am 30. März im Turm der Bismarckhöhe eröffnet. Eben dort befand sich der Treffpunkt der Galgenbrüder – junge Künstler und Intellektuelle aus Berlin, die es im Frühling vielen Großstädtern gleichtaten und die Baumblüte in Werder genossen. Große Teile des Nachlasses Christian Morgensterns, unter anderem Henkersbeil und Hufeisen, liegen im Deutschen Literaturarchiv Marbach.
Beitrag von Juliane Kerber





