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Als Preußen durch die Demütigung durch Napoleon am Boden lag, entwickelte sich Widerstand zunächst in der geistigen Elite. So entstand auch die „Gesetzlose Gesellschaft“. Das war keine Vereinigung von Gesetzlosen sondern eine Vereinigung kluger und freiheitsliebender Männer, die ungezwungen ohne Gesetze und Statuten miteinander diskutierten.
Napoleon hatte vor gut 200 Jahren ganz Europa durcheinander gebracht. Mit seinen Truppen besetzte er auch Brandenburg und Berlin. Es waren Jahre voller Umbrüche und Wendungen. 1809 konnte Wilhelm von Humboldt die Berliner Universität gründen und sah sie als „Mutter aller modernen Universitäten“. Zu gleicher Zeit trafen sich auch einige Herren aus gutem Stande, um frei politische Themen zu diskutieren. Sie nannten sich die „gesetzlose Gesellschaft zu Berlin“ und viele aus Humboldts Uni gehörten ihr später an. Bis heute hat diese Herrenrunde überlebt. Immerhin: Über 200 Jahre lang! Die heutigen Mitglieder treffen sich regelmäßig in einem kleinen Gasthaus, um das zu debattieren, was heute Vielen unter den Nägeln brennt.
Beitrag von Boris Römer





