als Schattenumriss ist vorne Theodor Fontane, hinten sitzt Friedrich Wilhelm II,Quelle rbb

- Fontane und die Rosenkreuzer

Nach dem Tod Friedrich des II. sahen die Rosenkreuzer ihre Chance gekommen. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. war ihnen zugetan. Das Zeitalter der Toleranz unter Friedrich II. wollten die Rosenkreuzer durch eine mystisch und religiös gefärbte Machtausübung ablösen.

Zwei mächtigen Männern, General Bischoffwerder und Staatsminister Wöllner war es gelungen den König schon in seiner Jungendzeit zu beeinflussen. Sie hatten ihn praktisch in der Hand – so sieht es Theodor Fontane. Im Band III seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (Havelland) widmet er ein ganzes Kapitel den geheimen Gesellschaften des 18. Jahrhunderts. Er schreibt: „Wie im zwölften Jahrhundert alles nach dem Heiligen Grabe, im sechzehnten nach Wittenberg oder nach der neuen Welt drängte, so im achtzehnten Jahrhundert nach Geheimbündelei. Alchimie und Geistererscheinungen, Dinge, die sich ihnen vielfach gesellten, oft in den Vordergrund traten, waren nur Zugaben, Hilfsmittel, starke Dosen, zu denen man griff; das Wesen der Sache lag darin: Macht zu äußern in einer Zeit, wo das Individuum machtlos war.“

In Zeiten absolutistischer Herrscher in Europa fanden sich also die, die sich auflehnten, in Geheimbünden. Und deren Zahl ging in die Hunderte. Viele können als Keimstätten von Scharlatanerie und Hokuspokus zu den Akten gelegte werden (Harmonika-Orden oder Dukatensozietät, die als Vorläuferin heutige Schneeballsysteme gelten kann). Tatsächlich machtpolitisch geprägt waren unter anderen die Rosenkreuzer, die in Marquardt in der Nähe von Potsdam einen wichtigen Standort hatten - die blaue Grotte, in die der König oft gebracht wurde, um ihn gefügig zu machen, für die Machtinteressen der Rosenkreuzer.

Beitrag von Dagmar Lembke

weitere Themen der Sendung

auf einem antiken Zettel steht in alter schrift 1809 - 1820 Gesetzlose, auf dem Zettel liegt über Eck noch ein Buch.Quelle rbb

Gesetzlose Gesellschaft

Als Preußen durch die Demütigung durch Napoleon am Boden lag, entwickelte sich Widerstand zunächst in der geistigen Elite. So entstand auch die „Gesetzlose Gesellschaft“. Das war keine Vereinigung von Gesetzlosen sondern eine Vereinigung kluger und freiheitsliebender Männer, die ungezwungen ohne Gesetze und Statuten miteinander diskutierten.

Im Vordergrund brennen vier Fackeln , dahinter geht ein Mann im schwarzen Umhang vorbei, Quell rbb

Druidenorden in Guben

1908 gründete sich in Guben die Druidenloge „Zur Hoffnung“. Sie gehörte damit zu den mehr als 260 Druidenlogen in Deutschland, die 1936 von den Nazis verboten worden sind. Zu DDR-Zeiten hielt das Verbot an. Erst 1992 besannen sich einige Gubener auf die Existenz dieses Ordens in ihrer Stadt und gründeten sich neu.

auf einem Buch liegt ein Degen Quelle rbb

Freimaurer in Cottbus

"Zum Brunnen in der Wüste", so nennt sich eine Cottbuser Freimaurerloge, die fast in Vergessenheit geraten ist. Der Männerorden hat es sich zum Ziel gesetzt, dass ihre Mitglieder, durch ständiges Arbeiten an sich selbst, ihren Charakter verbessern. Das ist der Kern des geheimnisvollen Freimaurer-Rituals, das vor den Blicken Fremder abgeschirmt wird.

an einer Hand wird eine Puppe am Galgenstrick gehalten Quelle rbb

Christian Morgenstern und die Galgenbrüder

Mit seinen Galgenliedern schuf Christian Morgenstern vor gut 100 Jahren ein ganz eigenes Genre in der Literatur. Seine grotesken Dichtungen sind bis heute berühmt. Weniger bekannt ist, dass der Name Galgenlieder seinen Ursprung in Brandenburg hat – auf dem Galgenberg in Werder.