-
Nach dem Tod Friedrich des II. sahen die Rosenkreuzer ihre Chance gekommen. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. war ihnen zugetan. Das Zeitalter der Toleranz unter Friedrich II. wollten die Rosenkreuzer durch eine mystisch und religiös gefärbte Machtausübung ablösen.
Zwei mächtigen Männern, General Bischoffwerder und Staatsminister Wöllner war es gelungen den König schon in seiner Jungendzeit zu beeinflussen. Sie hatten ihn praktisch in der Hand – so sieht es Theodor Fontane. Im Band III seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (Havelland) widmet er ein ganzes Kapitel den geheimen Gesellschaften des 18. Jahrhunderts. Er schreibt: „Wie im zwölften Jahrhundert alles nach dem Heiligen Grabe, im sechzehnten nach Wittenberg oder nach der neuen Welt drängte, so im achtzehnten Jahrhundert nach Geheimbündelei. Alchimie und Geistererscheinungen, Dinge, die sich ihnen vielfach gesellten, oft in den Vordergrund traten, waren nur Zugaben, Hilfsmittel, starke Dosen, zu denen man griff; das Wesen der Sache lag darin: Macht zu äußern in einer Zeit, wo das Individuum machtlos war.“
In Zeiten absolutistischer Herrscher in Europa fanden sich also die, die sich auflehnten, in Geheimbünden. Und deren Zahl ging in die Hunderte. Viele können als Keimstätten von Scharlatanerie und Hokuspokus zu den Akten gelegte werden (Harmonika-Orden oder Dukatensozietät, die als Vorläuferin heutige Schneeballsysteme gelten kann). Tatsächlich machtpolitisch geprägt waren unter anderen die Rosenkreuzer, die in Marquardt in der Nähe von Potsdam einen wichtigen Standort hatten - die blaue Grotte, in die der König oft gebracht wurde, um ihn gefügig zu machen, für die Machtinteressen der Rosenkreuzer.
Beitrag von Dagmar Lembke





