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Guben trug zu DDR-Zeiten den Beinamen "Wilhelm-Pieck-Stadt". Er ist der bedeutendste und umstrittenste Sohn der Stadt.
Sein Denkmal wollen manche am liebsten abreißen lassen, dabei hat es eine kuriose Geschichte.
Zu Ehren des 100. Geburtstags des ersten und einzigen Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, wurde am 3. Januar 1976 auf dem Reichenbacher Berg in Guben in einem der modernsten Neubaugebiete der DDR ein zehn Meter hohes, dreidimensional ausgerichtetes Denkmal enthüllt.
Mit der Wende erfolgten zahlreiche historische Aufarbeitungen, was die Person Wilhelm Piecks betrifft. So soll er Gnadengesuche von Inhaftierten, die zum Tode verurteilt worden waren, abgelehnt bzw. ignoriert haben. Auch wird ihm die Mitbegründung der Staatssicherheit angelastet. Zu DDR-Zeiten existierte von ihm ausschließlich das Bild des freundlichen, bodenständig gebliebenen ehemaligen Tischlers, der auf die Menschen zuging. In den letzten Jahren ist eine heftige Debatte um die Erhaltung des Denkmals entbrannt.
„Theodor – Geschichte(n) aus der Mark“ hat recherchiert, was eigentlich an diesem Ort geplant war und erzählt die Geschichte eines ursprünglich geplanten Denkmals. Wieso es dann doch nicht zu diesem Denkmal kam, erklärt die Tochter des Künstlers, Sabine Aurich-Rogge, die wir in ihrem Zuhause in Medingen bei Dresden besucht haben. Und noch eine Entdeckung: Der 37 Jahre alte Gordon Lieser hat im thüringischen Klettstedt ein Rogge-Museum gegründet. Er ist begeisterter Skultpuren- und Plastiken-Sammler und hat sich seit einiger Zeit auf Rogge konzentriert. Kurioserweise ist er aber auch im Besitz einiger Figuren des Berliner Bildhauers Gerhard Thieme, der das Gubener Denkmal schließlich umsetzen durfte, so, wie es heute noch steht.
Autorin: Konstanze Schirmer





