Schriftzug Feuerlöscher Apparat Minimax (Quelle rbb )
Minimax

- Die Geschichte der Minimax-Feuerlöscher

Ab 1905 wurden Feuerlöscher in Neuruppin produziert, im ersten Feuerlöschgerätewerk Deutschlands. Schnell wurden Minimax-Produkte zur Massenware und die Firma expandierte. Der Unternehmer Wilhelm Graaff hatte sich gemeinsam mit Hans Mikorey, einem Ingenieur, den ersten Handfeuerlöscher der Welt patentieren lassen, der in Massenproduktion gehen sollte.

Wie eine umgekehrte Schultüte aus Blech sah das Gerät aus. Ihr Geheimnis war ein kleines Glasröhrchen mit Salzsäure. Schon das Logo erklärte, wie simpel der Minimax funktionierte. Einfach auf den Boden aufstoßen und ein Glasröhrchen zerbrach. Eine chemische Reaktion erzeugte hohen Druck und das Wasser schoss bis zu 12 Meter weit heraus. Minimax wurde ein Verkaufsschlager und das Unternehmen bald Weltmarktführer. Die Produktion begann mit 65.000 Stück im Jahr. 1909 waren es schon 375.000. Kein geringerer als Joachim Ringelnatz erdachte den legendär gewordenen Werbespruch: „Feuer breitet sich nicht aus, hast Du Minimax im Haus.“ Der Volksmund dichtete allerdings weiter: „Minimax ist großer Mist, wenn du nicht zu Hause bist.“ Nach 1945 verschwand der Name Minimax aus Neuruppin, die Firma wurde in Westdeutschland neu gegründet. Die Feuerlöscher von hier werben inzwischen mit ihrem Namen für die Stadt, in der sie seit mehr als 100 Jahren produziert werden: Sie heißen "Neuruppin".

Beitrag von Juliane Kerber

weitere Themen der Sendung

In die Copie einer alten Stadtkarte von Neuruppin wird in der Mitte ein Loch gebrannt. ( Quelle rbb)

Der große Neuruppiner Stadtbrand

Kaum eine Stadt in Brandenburg ist so häufig von Großbränden heimgesucht worden wie Neuruppin. Feuer schrieben sozusagen die Stadt-Geschichte. Himmelfahrt 1465 brannten große Teile Klosterviertels ab. Fünf Brände überzogen die Stadt allein im 17. Jahrhundert. Doch die Katastrophe, die sich am 26. August 1787 ereignete, überstieg mit ihrer Zerstörungswucht alle vorangegangenen.

ein Gemälde zeigt den Schlossbrand in Cottbus am 23. August 1857 ( Quelle rbb )

Die Cottbuser Turner-Feuerwehr

Am 23. August 1857 stand der Cottbuser Schlossberg lichterloh in Flammen. Die Ursache war ungewöhnlich, denn im Schloss befand sich eine moderne Textilfabrik. Sie verfügte über die erste Dampfmaschine in der Stadt. Offensichtlich war der technische Fortschritt schneller als der Brandschutz. Denn die riesigen Mengen Wolle, die dort verarbeitet wurden, entzündeten sich und flogen brennend durch die Luft.

Zwei historische Feuerwehrmänner an einer Handdruckspritze (quelle rbb )

Feuerwehrtechnik aus Wittenberge

Seit 155 Jahren existiert die Wittenberger Firma Metscher, eine alteingesessene Gießereifirma, die sich auf Feuerwehrtechnik spezialisiert hatte. Die Firmengeschichte ist eng mit der Entwicklung Wittenberges und der Feuerwehr verbunden. Die Feuerwehr ging 1868, wie vielen anderen Orten Brandenburgs, aus dem Turnerverein hervor.

Eine brennende Fackel zündet ein Heuverschlag an ( Quelle rbb )

Die Mordbrennerbande

Johann Peter Horst und seine Geliebte Luise Christiane Delitz führen um 1810 eine lose Bande von Brandräubern an, die Brandenburg, Böhmen und Sachsen durch Brandstiftung und Diebstahl unsicher machten. Als Anführer der so genannten Mordbrennerbande geht das Paar in die Kriminalgeschichte ein.