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Am 23. August 1857 stand der Cottbuser Schlossberg lichterloh in Flammen. Die Ursache war ungewöhnlich, denn im Schloss befand sich eine moderne Textilfabrik. Sie verfügte über die erste Dampfmaschine in der Stadt. Offensichtlich war der technische Fortschritt schneller als der Brandschutz. Denn die riesigen Mengen Wolle, die dort verarbeitet wurden, entzündeten sich und flogen brennend durch die Luft.
Mit dem Großbrand einer Fabrikanlage waren die Bürger damals überfordert, denn es gab noch keine professionelle Feuerwehr. Oft waren in diesen Zeiten Löscheimer und Brandschneisen, die einzigen Mittel um ein Feuer einzudämmen. Entsprechend groß waren Zerstörungen mitten in der Stadt. In diesem Fall wurden die Cottbuser aus Schaden klug. Die Turner wurden aufgrund ihrer Fitness gebeten, künftig Brände zu löschen. Das taten sie im Laufe der Jahre mit immer größerem Erfolg und legten damit die Grundlage einer Feuerwehr, die in diesem Jahr ihr 150. Jubiläum feiert. Die Idee einer Freiwilligen Feuerwehr hielt sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst dann wurde eine Berufsfeuerwehr gegründet.
Beitrag von Wolfgang Albus





