Floßkanal Elsterwerda-Grödel (Quelle: rbb)

- Der Floßkanal Elsterwerda-Grödel

Flussbette verlegen und Kanäle bauen, das war so recht nach der Facon des alten Fritz. Doch auch der sächsische König August der Starke und sein Sohn Friedrich August II. ließen sich künstlichen Wasserwege bauen.

Einer ist der Floßkanal Elsterwerda-Grödel, gebaut von 1742 und 1748. Der verband den Hauptfloßgraben, der in Elsterwerda in der Pulsnitz mündete, mit der Elbe. Ein Höhenunterschied von etwa 2,75 Meter war zu überwinden. Schon beim Bau mussten viele Menschen, auch Soldaten für wenig Geld schwer arbeiten. Das Kanalbett wurde per Hand ausgehoben. Die Hoheiten kontrollierten diese Arbeiten streng. Der Grund für den Bau war Holz. Das Erzgebirge war durch Raubbau abgeholzt und Holz aus Böhmen zu teuer. Aber das Schradenland hatte damals noch riesige Mischwälder, und die Residenzstadt Dresden brauchte viel Holz zum Feuern und Bauen.

Die erste Kanalfahrt war am 2. Dezember 1748 über eine Entfernung von 21 Kilometern. Die Kähne hatten einen Tiefgang von unter einem Meter. Sie waren 26 Meter lang und boten Platz für 200 Kubikmeter Fracht. An einem am Mast befestigten Seil zogen sogenannte Bomätscher – ein slawischer Ausdruck für Helfer. Ein Steuermann an Bord sorgte für den richtigen Kurs. Nur mit menschlicher Muskelkraft wurden sie bewegt. Im Laufe der Zeit wurden Transport und Unterhalt zu teuer. Heute stehen Kanal und Schleusenhaus unter Denkmalschutz.

Beitrag von Dagmar Lembke