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Das zweifelhafte Bild von Matrosen, auf die angeblich in jedem Hafen eine Dame wartet, stimmt nur bedingt. In der Binnenschifffahrt fuhr traditionell die Familie mit. Sie lebte und arbeitete an Bord. Für die Kinder war allerdings die Einschulung ein tiefer Einschnitt.
Denn um den regelmäßigen Schulbesuch zu ermöglichen, waren sie ab 1920 im "Schifferkinderheim" untergebracht. Für das Beisammensein mit den Eltern blieb nur die Ferienzeit.
Der Verein "Schifferfürsorge auf der Oder" war ab 1920 zuständig für die Betreuung. Ab 1957 gehörte ein Heim zum VEB Binnenreederei. In das Leben der Binnenschiffer und ihrer Kinder gibt es heute kaum noch Einblicke, obwohl auf der Oder Anfang des 20. Jahrhunderts über 20.000 Schiffe unterwegs waren.
Die Blütezeit der Oderschifffahrt dauerte von 1920 bis zum II. Weltkrieg. 1937 gab es in Fürstenberg 370 Schiffer, 90 Schiffseigner und 20 Dampferbesitzer. Im Osten gab es die Schifferkinderheime "Fiete Schulze- Eisenhüttenstadt" (1913-1989) und "Ernst Thälmann – Pillnitz/Sachsen". (1953-1974). Man schätzt die Anzahl der im Heim gewesenen Schifferkinder auf einige Tausend.
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Beitrag von Theresa Majerowitsch
