Brandenburg an der Havel (Quelle: rbb)

- Brandenburg an der Havel: Eine Neuentdeckung am Fluss

Für Theodor Fontane war sie der Flachlandneckar: die Havel. Obwohl Fontane beinahe jedes Dorf in seinen Wanderungen erwähnt, ist er bei seinen Wanderungen nie in der ältesten Stadt der Mark gewesen.

Geschrieben hat er aber über das Todesurteil gegen Grete Minde, die Tangermünde angezündet haben soll. Das Gericht tagte damals mitten im Fluss.

Dieser "Schöppenstuhl" ist einer von ungewöhnlich vielen geschichtsträchtigen Orten, die man in Brandenburg an der Havel am besten per Boot erkundet. Gabriele Gòbi war früher Übersetzerin stammt aus einer alten Fischerfamilie und zeigt Besuchern gerne ihre Stadt vom Wasser aus. Ihre Gäste erfahren die Herkunft des Wortes "Kiez" und warum lange von "Herrenfischen" die Rede war, die in der Havel schwimmen. Der Fluss war lange Zeit die wirtschaftliche Lebensader und der entscheidende Standortvorteil Brandenburgs in der Industrialisierungs-Phase.

Hier wurden die schönsten Passagierschiffe gebaut, die später in Berlin geschippert sind. Ebenfalls vom Wasser kann man die ehemaligen Brennabor-Werke entdecken, die die Geschichte des deutschen Fahrzeugbaus einst prägten. Rund um den Dom sind die Veränderungen groß. Tourismus ist heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor der Wasserstadt.

Beitrag von Margarethe Steinhausen