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Überall wo die Riesenluftschiffe auftauchten, lösten sie große Begeisterung und Euphorie aus. Auch in Angermünde – ein Sohn der Stadt saß am Steuer eines Luftschiffes, das auf dem Wege von Berlin nach Stettin die Angermünder Bürger aus der Luft grüßte.
Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wettkampf der Nationen um die Eroberung des Luftraumes beginnt, vertritt der schwäbische Graf Zeppelin das deutsche Reich mit seinen Luftschiffen, die im Volksmund bis heute einfach als „Zeppeline“ bezeichnet werden. Was heute kaum jemand weiß: obwohl die Luftschifffahrt vor allem eine in Süddeutschland stattfindende Entwicklung war, stammten aus dem Uckermärkischen Städtchen Angermünde zwei der wichtigsten Luftschiffkapitäne dieser Zeit: Max Dietrich und Erich Blew. Dietrich, übrigens der Onkel von Marlene Dietrich, tat sich zunächst als Schiffskapitän hervor, z.B. bei der berühmten Zeppelin-Spitzbergen-Expedition von 1910.
Trotz aller Massenbegeisterung: die Luftschifffahrt war nicht in erster Linie ein ziviles Phänomen, sondern sollte seit Beginn ihrer Entwicklung einem militärischen Nutzen dienen. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden so auch Max Dietrich und Erich Blew zu Akteuren im Kriegsgeschehen. Dietrich war einer der ersten Luftschiffführer, die London bombardierten. Er kam ums Leben, als er bei einem seiner Einsätze über der englischen Küste abgeschossen wurde. Heute erforscht der Historiker Moritz-Adolf Trappe die Geschichte der Luftschifffahrt, sowie die inzwischen fast unbekannten Biographien der beiden Angermünder Luftschiffkapitäne.
Autor: Kristof Kannegießer

