-
Im Norden der Uckermark übten Stasi-Sondereinheiten auf einem speziellen Übungsgelände. Dort stand auch ein Flugzeug vom Typ TU 134, in der die Befreiung von Geiseln geübt wurde. Jetzt steht der Flieger in einem benachbarten Dorf - Theodor geht auf Spurensuche.
Große Verkehrsflugzeuge geraten manchmal auf Abwege. In Stölln, also dort wo Flugpionier Otto Lilienthal seine Flugversuche machte und dabei zu Tode kam steht eine IL 62, gelandet 1989 auf der unbefestigten Piste des Segelflughafens. Nach Borkheide gelangte ebenfalls 1989 und auf ähnliche Weise eine IL 18. Dort wird der Flugpionier Hans Grade gewürdigt.
Ebenfalls im Wendejahr wechselt eine TU 114 ihren Standplatz. Sie war stationiert auf einem Übungsgelände der Staatssicherheit in der Nähe von Wartin in der Uckermark. Als sie dort nicht mehr gebraucht wurde, witterte der Landwirt Ernst Baumann aus Grünz seine Chance und schleppte den Flieger kilometerweit über die Äcker in seinen Garten. Aus dem Traum, in dem Flieger eine Gaststätte zu betreiben, wurde aber nichts. Die Gewerbeaufsicht bemängelte die zu geringe Deckenhöhe.
Die TU 114 hatte einst im Dienst der sowjetischen Fluggesellschaft Aeroflot Passagiere befördert und war offenbar durch eine Unfall flugunfähig geworden. So kam sie auf dem Landweg und in Einzelteilen auf das zu DDR-Zeiten streng abgeschirmten Übungsgelände der Stasi. Sie diente dort als Übungsgerät zur Ausbildung von Sondereinheiten. Sie sollten lernen wie man eine Flugzeugentführung beendet – eine Antiterroreinheit also. Aber auf dem Gelände wurde auch vermittelt, wie man den „Klassenfeind“, speziell die BRD mit Terror Schaden zufügen kann. Die Stasi-Unterlagen geben darüber Auskunft. Die TU 144 steht bis heute im Garten von Ernst Baumann, der gleich daneben ein Hotel mit Gaststätte betreibt.
Autor: Holger Trzeczak

