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Auch in Stalinstadt, das 1953 Großbaustelle ist, streiken die Bauarbeiter gegen Normerhöhung und schlechte Versorgung. Einige von ihnen gehen zum Hochofen, um die dortigen Hüttenarbeiter zum Niederlegen der Arbeit aufzurufen.
Doch die Hochöfner bleiben am ihrem Arbeitsplatz - würden sie die Öfen im Stich lassen, nähmen sie irreparable Schäden. Später wird diese Verweigerung, sich an den Protesten zu beteiligen, propagandistisch ausgeschlachtet.
Stalinstadt, die Planstadt ist noch im Aufbau, sie soll ein Beweis für den Triumph des Sozialismus sein. Doch die Montagearbeiter leiden unter der schlechten Versorgungslage, Lohnkürzungen und einer erneuten Erhöhung des Plansolls. Weil die Hochöfner nicht mitmachen, werden sie von der SED-Propaganda und Walter Ulbricht persönlich als "Rote Hochöfner" gelobt, die den „faschistischen Provokateuren" die Stirn boten. Das hängt den Hüttenwerkern lange an. Der Historiker Günter Fromm, der sich ausführlich mit dem 17. Juni 1953 in Eisenhüttenstadt beschäftigt hat, erzählt vom Ablauf und den Hintergründen.
Die aufgebrachte Menge marschiert zur SED-Kreisleitung nach Fürstenberg/Oder, der Kleinstadt, die später mit Stalinstadt zu Eisenhüttenstadt zusammengelegt wird. Dort kommt es zu Tumulten vor dem Rathaus. Dort wird der - an den Protesten nicht beteiligte - Elektromeister Walter Danschke verhaftet. Er kommt für 3 Jahre ins Gefängnis. Sein Sohn Rudolf Danschke erinnert sich daran, wie folgenreich dieser Tag für seine Familie war.
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Autor: Kristof Kannegießer
