- Historische Spiele in Brandenburg

Wer erinnert sich noch an die Zeit, bevor Computerspiele und industriell hergestellte Spielwaren die Kinderzimmer eroberten? Vor allem die Kinder aus ärmeren Haushalten mussten in früheren Zeiten improvisieren. Kein Baum war zu hoch, Treppengeländer wurden in Rutschen verwandelt und Kellereingänge in Höhlen umfunktioniert.

Ganze Nachmittage wurden mit Hinkelkästchen-Springen verbracht, welches zuvor mit Kreide oder Resten von roten Ziegelsteinen auf die Straße gemalt wurde. Die Spiele der Vergangenheit eigenen sich ganz wunderbar, um bei Kindern wieder die Lust am Toben zu wecken und sie ins Freie zu locken. Anregungen bietet auch eine Ausstellung in Altranft. Sie zeigt anhand zahlreicher Fotos, Spielberichte, Spielmaterialien und historischer Spiele wie Kinder in den verschiedenen Regionen der Mark Brandenburg gespielt haben. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart wird auf die historischen Veränderungen des Kinderspiels eingegangen, die sich durch ökonomische und technologische Entwicklungen, aber auch durch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche vom Kaiserreich bis zur Gegenwart ergeben haben. An dem zweiten Ausstellungs-Schauplatz können in einer großen Scheune Kinder, ihre Familien, Kindergartengruppen oder Schulklassen an Spielstationen heute oft vergessene Spiele ausprobieren. Die Kuratoren sind Susann Hellemann und Dr. Lothar Binger.

Beitrag von Anna Korehnke