- Fontane in Gusow

Theodor Fontane war oft in Gusow. Das heute neogotische Schloss hat eine Geschichte, die bereits im 14. Jahrhundert beginnt. Der legendäre Generalfeldmarschall des 30-jährigen Krieges, Georg von Derfflinger (1606-1695), der unter dem Großen Kurfürsten die brandenburgisch-preußische Kavallerie begründete, lebte hier.

Mit Georg von Derfflinger begann die Blütezeit. Er ließ das zerstörte Schloss wieder aufbauen, errichtete die Kirche und legte den Grundstock für den einst schönsten und größten Barockgarten Preußens. Aber prägend war ab 1747 der Schlossbesitzer, der königlich-preußische Kriegsminister Otto Christoph Graf von Podewils (1719-1781). Er gestaltete den 26 Hektar großen Park um und legte das Grabensystem an. Vorher war es "eine morastige Wüste", heißt es in "Bernouillis Reisen". Der Berliner Wissenschaftler Johann Bernoulli war 1777/78 im Schloss und hat den Ort für die Ewigkeit festgehalten. Es existiert ein Plan, der bis heute die Fachwelt begeistert. Auch die Nachfahren von Podewils pflegen regen Kontakt zur Künstlerszene. Carl von Blechen malt für den Berliner Kalender 1830 das Schloss. Der Park wird später nach englischem Vorbild umgebaut, also naturnäher. 1870 erhält das Schloss seine neogotische Statur. Heute ist es Hotel und der Park öffentlich.

Fontane wirft mit der Derfflinger-Geschichte eine These in den Raum, die laut Literatur nicht zu beweisen ist, denn die Fachleute sind sich nicht einig, ob Derfflinger wirklich den Park angelegt hat. Möglicherweise stammt die Zypresse im hinteren Teil des Parks aus seiner Zeit. Dazu gibt es eine spezielle Geschichte

Zitat:

"Die Hauptzierde aber ist eine mehr denn sechzig Fuß hohe Zypresse, von der es heißt, dass sie der schönste derartige Baum in den Marken sei, ein Prachtstück, das König Friedrich Wilhelm IV. vergeblich bemüht war, für Sanssouci zu erwerben. Nach meiner botanischen Kenntnis ist es übrigens keine Zypresse, sondern ein Taxodium."

Ein riesige Eiche stammt sicher aus der Zeit des legendären Feldmarschalls. Die Eiche am Ortsrand hat der „alte Haudegen" gepflanzt und so Gusow geweiht.

Autorin: Dagmar Lembke