- Der Hering von Frankfurt (Oder)

Was macht ein goldener Hering am Rathausgiebel von Frankfurt (Oder)?
Aus der Oder kommt der wohl kaum. Gefangen wurden die Heringe natürlich in der Nord- und Ostsee.

Der Fischfang war im Mittelalter weit entwickelt. Schließlich waren Heringe damals die beliebteste Fastenspeise. Zu den mitteleuropäischen Landratten kam ein großer Teil der Fische über die Oder. Frankfurt kam dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Stadt hatte nämlich ein uraltes kaiserliches Privileg: das Recht der Niederlage.

Das bedeutet: Alle auf der Oder gehandelten Waren mussten in Frankfurt niedergelegt - das heißt zum Verkauf angeboten werden. Was auch geschah! Tausende von Heringsfässern gelangten von Frankfurt aus nach Schlesien, Polen und Brandenburg. Im Gegenzug schicken die Frankfurter Händler vor allem Getreide in den Norden. Und weil das Geschäft mit Mehl und Korn so gut lief, kaufte sich die Stadt Frankfurt schließlich eigene Dörfer. Um den Nachschub zu sichern. Damit nicht genug: Als Mitglied des Hansebunds konnte sich Frankfurt sogar eine eigene Handelsflotte auf der Ostsee leisten!

Fred Pilarski erzählt die ganze Geschichte.